Rekonstruktion eines Tempels im Archäologiepark Belginum bei Morbach im Hunsrück.

Vergangenheit virtuell erleben

Die an der Universität Trier entwickelte ARGO-App macht längst verschwundene Bauwerke sichtbar.

Von der steinzeitlichen Grabstätte über die römische Straßensiedlung bis zur mittelalterlichen Burg – 110 archäologische und historische Denkmäler in Luxemburg und Rheinland-Pfalz werden mit einer neuen App am authentischen Ort wieder sichtbar. Für „ARGO – Augmented Archaelogy“ wurden längst verschwundene Bauwerke dreidimensional rekonstruiert. Vor Ort verschmelzen die Grafiken auf Smartphone oder Tablet mit der Realität und machen Geschichte auf eine besondere Weise begreifbar. Projektträger ist die Universität Trier.

„Das Projekt ARGO ist für mich ein absolutes Vorzeigeprojekt für digitale Innovation in Rheinland-Pfalz“, so Malu Dreyer, Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, beim virtuellen Projektstart am 18. November. „Es verbindet viele Stärken unseres Landes in einer App: Historische Kulturschätze, digitale Teilhabe, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und interdisziplinäre Forschung.“

Die App wird seit 2017 an der Klassischen Archäologie der Universität Trier im Projekt ARMOB entwickelt. Auf der Basis der Augmented Reality-Technik werden antike und mittelalterliche Gebäude virtuell rekonstruiert. Beteiligt sind die Fächer Klassische Archäologie, Kartographie/Geoinformatik und Geoarchäologie der Universität Trier und die Fachrichtung Intermedia Design der Hochschule Trier.

Es ist kein Zufall, dass der Name des Projekts an das bekannte Schiff aus der griechischen Mythologie erinnert. Auch heute geht man mit ARGO auf eine Entdeckungsfahrt, nur erkundet man hier die Geschichte der Großregion. Die Nutzerinnen und Nutzer sehen ein längst vergangenes Denkmal, können sich ihm nähern oder es umschreiten und erleben so Vergangenheit.

So wird etwa auf der Bergkuppe von Traben-Trarbach an der Mosel die ganze imposante Burganlage der Grevenburg sichtbar. In Bundenbach im Hunsrück zeigt sich, wie groß die ehemalige keltische Höhensiedlung Altburg wirklich war. Und im luxemburgischen Dalheim, wo heute nur ein Bruchteil der 35 Hektar großen römischen Siedlung zu sehen ist, erscheinen dank der App zwei prachtvolle römische Tempel. Auch einige Stationen des Netzwerks „Straßen der Römer“ werden durch die ARGO-App nun noch anschaulicher. 

Das Informationsangebot soll dazu beitragen, die Faszination für das reichhaltige historisch-archäologische Erbe in der Großregion zu wecken und richtet sich sowohl an Touristen als auch an Einheimische. Interessenten werden über die ARGO-Standorte vor Ort durch Schilder, über die touristischen Informationsangebote oder über einen eigenen Routenplaner informiert. Häufig befinden sich die Standorte im Bereich von Wanderwegen – so kann „AR-GO“ auch als Aufforderung verstanden werden, sich auf den Weg zu machen. Informationstexte stehen für verschiedene Altersstufen und in einfacher Sprache bereit. Die Texte sind in den fünf touristisch relevanten Sprachen (Englisch, Luxemburgisch, Französisch, Niederländisch und Deutsch) verfasst.

Die umfangreiche App mit allen Modellen kann kostenlos für Android (ab Version 7) im Google Playstore und für Apple-Geräte (IOS) im App Store heruntergeladen werden.

„ARGO – Augmented Archaeology“ ist ein transnationales LEADER-Projekt. Es wird unter Beteiligung der Länder Luxemburg und Rheinland-Pfalz durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert.

► Weitere Informationen

Kontakt

Prof. Dr. Torsten Mattern
Klassische Archäologie
Mail: matternuni-trierde
Tel. +49 651 201-2427