Foto: www.colourbox.de
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Neues Institut will Demokratie erforschen und stärken

Rheinland-Pfalz hat nun an der Universität Trier seine erste Einrichtung, die zu Demokratie und Parteien forscht.

Das Erstarken rechtspopulistischer Parteien, der Streit um Werte zwischen China und der westlichen Welt oder neuere Bewegungen wie Fridays for Future – an Forschungsthemen wird es dem gerade gegründeten Trierer Institut für Demokratie- und Parteienforschung (TIDUP) sicher nicht mangeln. Neben Forschung zu aktuellen Themen ist ein besonderes Anliegen der Politikwissenschaftler, mit Bürgern darüber zu diskutieren. Beispielsweise ist eine Veranstaltung im Sommer mit politischer Prominenz zur anstehenden Bundestagswahl angedacht.

Das neue Institut muss bei Weitem nicht bei Null anfangen, sondern knüpft an das Know-how der sechs Politikwissenschaftsprofessuren der Universität Trier an. „Das Institut gibt uns nun die Plattform, unser Wissen für größere Forschungsvorhaben zu bündeln“, sagt Professor Uwe Jun, Geschäftsführender Direktor des Instituts. Die Forschenden untersuchen sowohl regionale und nationale politische Entwicklungen wie auch internationale. Der Wandel von Parteien und Demokratie ist das verbindende Thema über alle Forschungsschwerpunkte des Instituts.

Von kleineren Parteien bis zu den Vereinten Nationen

So wird beispielsweise erforscht, wie sich die Parteienlandschaft verändert: Wie schaffen es ursprünglich kleinere Parteien in die Parlamente? Wie reagieren Parteien auf die Digitalisierung? „Wir erleben gerade die ersten digitalen Parteitage. Daraus ergeben sich für uns spannende Forschungsfragen“, sagt Jun. Forschende des Instituts interessieren sich aber auch für Aspekte der Repräsentation: Wie können die Wünsche und Meinungen der Bürger in Zeiten schwindender Mitgliederzahlen in den Parteien in die Politik getragen werden?

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist Demokratie in Organisationen wie beispielsweise den Vereinten Nationen. „Aktuell werden die Karten hier durch die Amtsübernahme von Joe Biden und eines möglichen stärkeren Engagements der USA in den Vereinten Nationen zum Teil neu gemischt“, erklärt Jun. TIDUP nimmt darüber hinaus Demokratiebewegungen wie den Arabischen Frühling in den Blick, und forscht zur Frage, wie sich die Beziehungen zwischen autoritären Systemen und der demokratischen Politik entwickeln.

Bindeglied zwischen Gesellschaft und Politik

Durch bildungswissenschaftliche Schwerpunkte an der Universität Trier geht es dem neuen Institut aber auch um die Vermittlung von demokratischen Werten, beispielsweise in Schulen oder der Erwachsenenbildung. „Wir verstehen uns als Forschende auch in der Rolle, die Demokratie zu stärken. TIDUP möchte aktiv Fragen von Bürgerinnen und Bürgern aufnehmen und so ein Bindeglied zwischen Gesellschaft und Politik sein“, erklärt Jun zwei der Ziele des neuen Instituts.

Durch die gute Vernetzung der Trierer Forschenden können sich alle Politikinteressierten, und nicht zuletzt auch die mehr als 600 Studierenden der Politikwissenschaft an der Universität Trier, über Veranstaltungen mit wichtigen politischen Entscheidern und Wissenschaftlern freuen. Die Veranstaltungen werden in Trier und in der Landesvertretung von Rheinland-Pfalz in Berlin stattfinden. „Damit möchten wir unsere Expertise bundesweit Bürgerinnen und Bürgern wie auch den Medien anbieten“, so Jun.

Das neue Institut finanziert sich aus Mitteln der Universität Trier und des Wissenschaftsministeriums Rheinland-Pfalz. Sobald die Corona-Pandemie wieder Präsenz-Veranstaltungen zulässt, soll es einen Eröffnungsfestakt geben.

► Zur Website des Trierer Instituts für Demokratie- und Parteienforschung

Kontakt

Prof. Dr. Uwe Jun
Trierer Institut für Demokratie- und Parteienforschung
Mail: jununi-trierde
Tel. +49 651 201-2108