Dr. Joscha Krause (rechts) erhält den Gerhard-Fürst-Preis aus den Händen des Präsidenten des Statistischen Bundesamtes, Dr. Georg Thiel (links), und des Vorsitzenden des Gutachtergremiums, Prof. Dr. Walter Krämer. Foto: Statistisches Bundesamt (Destatis)
Dr. Joscha Krause (rechts) erhält den Gerhard-Fürst-Preis aus den Händen des Präsidenten des Statistischen Bundesamtes, Dr. Georg Thiel (links), und des Vorsitzenden des Gutachtergremiums, Prof. Dr. Walter Krämer. Foto: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Wichtiger methodischer Beitrag zur Kombination moderner und klassischer Daten

Dr. Joscha Krauses Dissertation an der Universität Trier wurde mit dem Gerhard-Fürst-Preis 2021 ausgezeichnet.

Regelmäßig gehören Professor Ralf Münnichs Absolventen zu den Preisträgern der vom Statistischen Bundesamt (Destatis) verliehenen Auszeichnungen für herausragende Dissertationen sowie Master- und Bachelorarbeiten. In diesem Jahr nahm Dr. Joscha Krause den mit 5.000 Euro dotierten Gerhard-Fürst-Preis für seine von dem Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Universität Trier betreute Dissertation entgegen.

Das unabhängige Gutachtergremium sah Joscha Krauses Dissertation zu dem Thema „Regularization Methods for Statistical Modelling in Small Area Estimation“ als besonders förderwürdig an. Sie beschäftigt sich mit der präzisen Schätzung von Bevölkerungsindikatoren auf regionaler Ebene. Hierfür wurden in der Vergangenheit meist Stichprobendaten verwendet. Doch aufgrund der hohen Erhebungskosten sind Stichproben meist sehr klein, was zu unsicheren Schätzungen auf regionaler Ebene führt. Hier bieten Website- und Social-Media-Daten eine wertvolle Möglichkeit, Stichprobendaten zu ergänzen. Solche Daten haben jedoch grundlegend andere Eigenschaften als klassische Stichprobendaten, welche klassische Schätzverfahren nicht berücksichtigen können. Joscha Krause hat einen mathematischen Ansatz entwickelt, der die valide Nutzung von Website- und Social-Media-Daten zur Schätzung regionaler Indikatoren ermöglicht.  

Fundierte Statistik für fundierte Erkenntnisse

„Die Auszeichnung ist eine große Ehre, über die ich mich sehr gefreut habe. Sie unterstreicht jedoch zusätzlich die herausragende Bedeutung der Methodenforschung in der Digitalisierung des öffentlichen Lebens. Es gibt immer mehr Daten aus immer unterschiedlicheren Quellen. Damit diese genutzt werden können, braucht es fundierte Statistik, um seriöse Erkenntnisse aus ihnen abzuleiten“, so Dr. Joscha Krause.

Der Preisträger studierte seit 2011 Volkswirtschaftslehre an der Universität Trier. Nach seinem Masterstudium in Survey Statistics und Economics promovierte er ebenfalls in Trier. Seit 2021 arbeitet er als Senior Data Scientist bei CURE Intelligence in Luxemburg, ist der Universität Trier als Lehrbeauftragter aber weiter verbunden.

Modernste statistische Methoden erforscht

„Gerade Corona hat gezeigt, dass auch die amtliche Statistik immer stärker mit modernen Daten, auch Big Data, konfrontiert ist, und diese mit klassischen Erhebungs- und Registerdaten statistisch kombinieren muss. Joscha Krause leistet in seiner Dissertation hierzu einen sehr wichtigen methodischen Beitrag, indem er modernste statische Methoden erforscht und erweitert, mit denen diese regionalen Indikatoren unter Verwendung sehr unterschiedlicher Daten viel besser abgebildet werden können“, würdigt Prof. Dr. Ralf Münnich die Forschungsleistung des Preisträgers. Die Arbeit sei durch die Verknüpfung komplexer statistischer Methoden mit wichtigen Anwendungen aus der amtlichen Statistik eine wunderbare Demonstration der Trierer Schule.

In diesem Jahr hat das Statistische Bundesamt drei Abschlussarbeiten und eine Dissertation mit dem Gerhard-Fürst-Preis prämiert, die sich mit Fragestellungen rund um Statistik, Datenanalyse und neue digitale Anwendungen auseinandersetzen. Damit werden innovative Methodenforschung und Digitalisierungsprozesse in der amtlichen Statistik gefördert.

Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes, überreichte die Urkunden im Rahmen eines Kolloquiums. Je nach Kategorie sind sie mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro (Förderpreis), 2.500 Euro (Abschlussarbeit) oder 5.000 Euro (Dissertation) dotiert. Die Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger werden in der Zeitschrift „WISTA – Wirtschaft und Statistik“ des Statistischen Bundesamtes publiziert.

Kontakt

Prof. Dr. Ralf Münnich
Volkswirtschaftslehre - Wirtschafts- und Sozialstatistik
Mail: muennich@uni-trier.de
Tel. +49 651 201-2651