Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel war froh, das Publikum des Dies academicus wieder im Audimax begrüßen zu können.
Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel war froh, das Publikum des Dies academicus wieder im Audimax begrüßen zu können.

Das Wintersemester ist feierlich eröffnet

Insgesamt zehn Preisträgerinnen und Preisträger wurden beim Dies academicus für hervorragende Leistungen und gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet.

Nach einer Corona-bedingten Pause 2020 wurde das Wintersemester 2020/21 an der Universität Trier in diesem Jahr wieder traditionell mit dem Dies academicus eröffnet.  Der Präsident der Universität Trier, Prof. Dr. Michael Jäckel, räumte zu Beginn seiner Begrüßung ein, wegen der aktuellen Pandemie-Entwicklung fast nicht mehr daran geglaubt zu haben, dass der „Dies“ in dieser Form noch stattfinden könne. Doch er betonte: „Die großen Ziele, die wir uns setzen, dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, auch wenn dies in Zeiten einer weltweiten Pandemie immer mit Schwierigkeiten verbunden ist.“ Er dankte den Universitätsmitgliedern für ihr besonderes Engagement sowie Förderern und Unterstützern der Universität, die das Standhalten in den letzten zwei Jahren möglich gemacht haben und weiter möglich machen werden.

Zum Festvortrag war in diesem Jahr Prof. Dr. Britta Waldschmidt-Nelson von der Universität Augsburg eingeladen. Die Historikerin und Amerika-Expertin beschrieb in ihrem Vortrag unter der Überschrift „Amerika - Fremder Freund?“ den wechselseitigen Einfluss, den die USA und Deutschland seit Jahrhunderten aufeinander ausüben. Sie verwies zunächst auf die anhaltende Bedeutung der deutschen Einwanderer für die US-amerikanische Kultur: „Es gibt eine Redensart, die Deutschen hätten die amerikanische Kultur gewürzt wie Zimt einen Apfelkuchen. Das Gewürz ist im fertigen Kuchen nicht mehr zu sehen, aber der Geschmack ist doch deutlich spürbar.“ Entgegen der vorherrschenden Vermutung stellten nicht Iren oder Briten, sondern die Deutschen die größte aus Europa stammende Einwanderungsgruppe in den USA.

Ihren umfassenden historischen Überblick über die politischen und kulturellen Verwobenheiten der beiden Länder beendete die Professorin der Universität Augsburg mit einem Appell. „Beiden Seiten sollte klar sein, dass trotz gelegentlicher Differenzen die großen Herausforderungen der heutigen Zeit nur gemeinsam zu meistern sind.“ Sie verwies damit auf globale Herausforderungen wie Klimakrise, Terrorismus und Pandemie-Geschehen. „Ein Teil von Amerika wird uns vermutlich immer fremd bleiben – aber die Hauptsache ist, dass unsere seit über 300 Jahren bestehende Beziehung konstruktiv und in Freundschaft weitergeführt werden kann.“

Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) Anne Josette Schaaf
Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD): Anne Josette Schaaf (links) mit Universitäts-Vizepräsidentin Prof. Dr. Ulrike Gehring.
Förderpreise an den wissenschaftlichen Nachwuchs
Die Förderpreisträger 2021.
Zum Festvortrag war in diesem Jahr Prof. Dr. Britta Waldschmidt-Nelson von der Universität Augsburg eingeladen
Zum Festvortrag war in diesem Jahr Prof. Dr. Britta Waldschmidt-Nelson von der Universität Augsburg eingeladen.
Umrahmt wurde der akademische Festtag auch dieses Jahr mit einer musikalischen Note. Das Collegium musicum der Universität Trier unter Leitung von Mariano Chiacchiarini eröffnete die Feierlichkeiten im Audimax
Umrahmt wurde der akademische Festtag auch dieses Jahr mit einer musikalischen Note. Das Collegium musicum der Universität Trier unter Leitung von Mariano Chiacchiarini eröffnete die Feierlichkeiten im Audimax.

International ging es mit der Verleihung des Preises für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) weiter. Universitäts-Vizepräsidentin Prof. Dr. Ulrike Gehring betonte, wie schwierig die digitalen Semester insbesondere für ausländische Studierende gewesen seien und hob Anne Josette Schaaf als würdige Preisträgerin hervor. Die Luxemburgerin habe sich in zahlreichen Projekten auf Themen wie dem gesellschaftlichen Umgang mit Sexualität und körperlichen Beeinträchtigungen aufmerksam gemacht und dabei ihr Engagement nicht auf einzelne Projekte beschränkt, sondern als Lebensentwurf ausgelegt.

Weitere Preise für Nachwuchswissenschaftler wurden durch den Freundeskreis Trierer Universität verliehen und durch Unternehmen und Einrichtungen aus Trier und der Region gefördert. Neun Doktorandinnen und Doktoranden wurden in diesem Jahr für ihre hervorragenden Dissertationen ausgezeichnet. Die Themen der Arbeiten reichten von der Behandlung von Prüfungsängsten bei Studierenden bis zur Betrachtung der „neuen sozialen Frage“, der Gewährleistung von angemessenem und bezahlbarem Wohnraum unter rechtswissenschaftlichen Blickpunkten.

Umrahmt wurde der akademische Festtag auch dieses Jahr mit einer musikalischen Note. Das Collegium musicum der Universität Trier unter Leitung von Mariano Chiacchiarini eröffnete die Feierlichkeiten im Audimax, in dem alle zur Verfügung stehenden Plätze besetzt waren, und gab dabei einen ersten Einblick in das für den 6. Februar 2022 an der Universität geplante Konzert. Abgeschlossen wurden die Feierlichkeiten mit einem Auftritt des Kammermusikalischen Ensemble des Philharmonischen Orchesters der Stadt Trier mit Werken von Ravel und Debussy und der Moderation von Malte Kühn.

Im Hinblick auf die Infektionslage wurde der Dies asademicus 2021 im Rahmen der 2G-Regelung sowie unter Einhaltung eines Hygienekonzepts begangen und konnte parallel im Live-Stream mitverfolgt werden.

Die Preisträger in der Übersicht

Förderpreise an den wissenschaftlichen Nachwuchs
Dr. Lina Baldus (Anglistik)
Nikolas Peter Kau (Rechtswissenschaft)
Dr. Tobias Kranz (Volkswirtschaftslehre)
Dr. Joscha Krause (Volkswirtschaftslehre)
Dr. Jessica Natascha Prinz (Psychologie)
Hannah Schlimpen (Romanistik)
Dr. Jana Schollmeier (Rechtswissenschaft)
Dr. Johannes Heinrich Stricker (Psychologie)
Dr. Eva-Maria Windberger (Anglistik)

Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD)
Anne Josette Schaaf