Die Ergebnisse des Berichts basieren auf der Auswertung von 1.035 Akten vor allem des Bistums, aber auch anderer Herkunft, sowie aus 20 Gesprächen mit Betroffenen sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Die Studie spricht von 14 „Mehrfach- und Intensivtätern“, die über mehrere Jahre Personen sexuell missbraucht haben. Gegenüber seinem Vorgänger, Bischof Stein, ging in der Amtszeit von Bischof Spital die Zahl der Betroffenen geringfügig zurück. Eine merkliche Abnahme der Fälle begann aber erst in den frühen 1990er Jahren. Bis 1990 ist im Durchschnitt noch jeder neunte zum Priester Geweihte des Bistums Trier als Beschuldigter auffällig geworden.
Fallstudien
Ein Fokus des Forschungsprojekts lag darauf, anhand von Fallstudien zu beschreiben, wie die Verantwortlichen im Bistum mit den Missbrauchsfällen umgegangen sind. Dr. Lena Haase fasst das Ergebnis zusammen: „Die damalige Bischofsleitung war weit entfernt von den heute im Bistum geltenden Handlungsregeln. Milde hat den Umgang der Bistumsleitung mit den Beschuldigten bestimmt.“
Die Kombination aus strafrechtlicher Verurteilung, Psychotherapie und schrittweiser Rückführung in den Beruf über die Anstellung in anderen Berufsfeldern, der Krankenhaus- und Altenseelsorge und schließlich der aushilfsweisen oder auch vollständigen Rückkehr in die Pfarrseelsorge scheint mit Blick auf die Verhinderung weiterer Missbrauchstaten bei knapp zwei Drittel der Beschuldigten erfolgreich gewesen zu sein. Wie auch bei seinem Vorgänger wurden in der Amtszeit von Bischof Spital straffällig gewordene Priester in andere Länder und an andere Stellen versetzt. Eine gezielte Vertuschung im Sinne des Versuches, Täter aus dem eigenen Bistum zu entfernen, ohne am neuen Einsatzort über deren Vorgeschichte zu informieren, lässt sich seitens der Bistumsverantwortlichen lediglich in einem Fall feststellen.
Die Untersuchung zeigt, dass im Bistum Trier für die Aufklärung intern Sorge getragen wurde, während die Anzeige und Information staatlicher Stellen vollständig vernachlässigt wurde. Persönlich war Bischof Spital mit mindestens 13 Fällen befasst. Dabei ging er neue Wege der pastoralen Verantwortung, führte Gespräche mit Eltern betroffener Minderjähriger und kümmerte sich um die Belange der Betroffenen.

