A Reassessment of the Old Academy - International Workshop on the History of Platonism

22.09.2022 10:00–23.09.2022 13:00
Tagung | Konferenz

Tagung zu Platons Schule, der Alten Akademie, und ihrem Einfluss auf die weitere Entwicklung des Platonismus. Gefördert von der DFG.

Der Ausdruck ,Alte Akademie‘ (ἀρχαία Ἀκαδήμεια, lat. vetus Academia) war bereits in der Antike als Bezeichnung einer philosophischen Schule gebräuchlich; ihr wurden diejenigen Philosoph*innen zugerechnet, die in der platonischen Akademie vor ihrer unter Arkesilaos in der zweiten Hälfte des 3. Jh. v. Chr. vollzogenen skeptischen Wende tätig waren, darunter Platon selber als Gründer der Akademie, sodann Speusipp, Xenokrates, Polemon, Krantor und Krates. Heute wird der Ausdruck ,Alte Akademie‘ oft enger gebraucht, um – die Zentralfiguren Platon und Aristoteles ausnehmend – die übrigen Denker, die in der Akademie bis zu Arkesilaosʼ Scholarchat wirkten, mit einem Sammelbegriff zu erfassen.

Im Vergleich zu den umfangreich tradierten Corpora der platonischen und aristotelischen Schriften sind die Werke der im engeren Sinne altakademischen Philosophen nur spärlich und überwiegend indirekt in Form von Zitaten, Paraphrasen und Anspielungen überliefert. Bereits Aristoteles, zunächst Platons Schüler, dann Kritiker, arbeitet sich an den Zahlmetaphysiken von Platons Nachfolgern Speusipp und Xenokrates ab und lässt allenfalls andeutungsweise erkennen, wie stark seine eigene Theoriebildung von diesen Denkern geprägt ist. Vieles spricht dafür, dass die schmale Überlieferung der eng verstandenen Alten Akademie in einem krassen Missverhältnis zu ihrer philosophischen und philosophiegeschichtlichen Bedeutung steht. Nicht zuletzt den Bemühungen der sog. Tübinger Schule um die Rekonstruktion von Platons ,Ungeschriebenen Lehren‘ ist es zu verdanken, dass die Alte Akademie in den letzten Jahrzehnten zusehends stärker gewürdigt und erforscht wird (zur Einführung: J. Dillon, The Heirs of Plato: A Study of the Old Academy (347-274 BC), Oxford: Clarendon Press, 2003).

Die Tagung ,A REASSESSMENT OF THE OLD ACADEMY: NEW PERSPECTIVES‘ ist Schlüsselfiguren und -zeugnissen der Alten Akademie und ihrer Rezeption im Mittelplatonismus gewidmet. Die Vortragenden, durchweg international renommierte Platonismus-Forscher*innen, stellen den aktuellen Stand ihrer Forschungen zur Alten Akademie zur Diskussion. Die Tagung bildet den (vorläufigen) Schlusspunkt des von der DFG in den Jahren 2020 bis 2022 geförderten Projekts ,Krantor von Soloi: Der letzte der Altakademiker’; die Publikation der Tagungsbeiträge in einem Sammelband wird folgen.

Außerhalb der Universität: 
Karl-Marx-Haus
Brückenstrasse 5
54290 Trier
Kontakt: Strobel, Benedikt (strobel@uni-trier.de)
Anmeldung erforderlich: Nein
Kostenpflichtige Veranstaltung: Nein

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