Doch nicht das richtige Fach?

Bereits in den Anfangssemestern aber auch in späteren Phasen des Studiums können Zweifel an der Richtigkeit der getroffenen Studienwahl aufkommen oder sich soweit verfestigen, dass der Wunsch entsteht, einen Fachwechsel durchzuführen. Das Gefühl mit dem gewählten Studiengang nicht klar zu kommen, sollte nicht als persönliches Versagen interpretiert werden, sondern als wichtiger Hinweis, die eigene Studien- und Lebenssituation zu reflektieren und gegebenenfalls zu verändern.

SITUATIONSANALYSE UND URSACHENFORSCHUNG

Ein Fachwechsel sollte zwar möglichst früh stattfinden, aber auf keinen Fall unreflektiert aus einem momentanen Gefühl der Frustration oder Panik vollzogen werden. Wichtige Aspekte, die man vor dem Vollzug eines Fachwechsels klären sollte, sind zum Beispiel folgende:

  • Nicht immer stehen Schwierigkeiten im Studium auch in kausalem Zusammenhang mit dem gewählten Studienfach. Gerade Studienanfänger/innen in den ersten Semestern sollten daher hinterfragen, ob es sich bei den aufgetretenen Schwierigkeiten nicht vielleicht primär um Einstiegs- und Anpassungsprobleme an das universitäre Lernumfeld handelt. Das sind Umstellungsschwierigkeiten, die durch den Wechsel von der Schule an die Universität bedingt sind wie z.B.: Probleme mit dem Zeit- und Selbstmanagement, fehlende Lernstrategien im Umgang mit den ungewohnt hohen Stoffmengen und Leistungsanforderungen im Studium, persönliche Schwierigkeiten mit der neuen Lebenssituation (alleine leben ohne Familie und gewohnten Freundeskreis) etc.
  • Wenn Zweifel an der persönlichen Eignung für das gewählte Studienfach bestehen, und man das Gefühl hat, den Leistungsanforderungen des gewählten Studienfaches nicht gewachsen zu sein, sollte man diese verunsichernden Gefühlen nicht mit sich herumtragen, sondern sie –zur eigenen Entlastung –so frühzeitig wie möglich einer Überprüfung unterziehen. Ansprechpartner bei der Frage der fachlichen Eignung sind die Fachstudienberater/innen der jeweiligen Studiengänge und die Zentrale Studienberatung. Studienanfänger sollten jedoch folgendes berücksichtigen: Erstsemester tendieren häufig dazu, das erstmalige Nicht-Bestehen einer Klausur bereits als Beleg für eine fehlende Studieneignung zu interpretieren. Eine solche Interpretation ist vorschnell und Bedarf der genaueren Überprüfung.
  • Eine Reihe von Studiengängen können, mit einem höheren Praxisbezug, auch an einer Fachhochschule oder einer anderen Hochschule studiert werden. Wenn trotz der aufgetretenen, gravierenden Schwierigkeiten weiterhin ein grundsätzliches Interesse am gewählten Studienfach und dem damit verbunden Berufsfeld besteht, sollte die Möglichkeit eines Wechsels zur Fachhochschule geprüft werden. Hierzu wäre als erstes ein klärendes Gespräch in der Zentralen Studienberatung anzuraten. Darüber hinaus sollte man Vorlesungen an der Fachhochhochschule besuchen und die dortigen Fachstudienberater aufsuchen. Für die Anrechnung von Studienleistungen auf ein Fachhochschulstudium ist der Prüfungsausschuss des betreffenden Studienganges an der Fachhochschule zuständig
  • Die Frage der Motivation für das Studienfach ist ein zentraler Punkt, der bei Zweifeln an der Studienwahl sehr gründlich reflektiert werden sollte: Aus welchen Gründen hat man das Studienfach überhaupt gewählt, was hat einen dazu bewogen? Wie groß ist das Interesse an den Inhalten und Themenstellungen des Faches selber? Wie stark ist der Wunsch, das ursprünglich gesteckte Berufsziel zu erreichen? Die Begeisterung und das Interesse für das Fach selber sowie die Identifikation mit dem Berufsziel sind die wichtigsten Antriebsfaktoren, um die Mühen eines Studiums auf sich zu nehmen und Schwierigkeiten zu überwinden.

WER HILFT?

Erste Anlaufstelle und Ansprechpartner bei Fachfragen sind die Fachstudienberater/innen. Außerdem wäre hier die  Zentralen Studienberatung zu nennen, bei der man eine Einzelberatung in Anspruch nehmen kann. Alle Einzelgespräche in der Zentralen Studienbertatung sind vertraulich und kostenlos. 

FACHWECHSEL VORNEHMEN?

Siehe hier.