Gedenken an Mutsuko Ayano

Quelle: 16vor/Marcus Stölb, http://www.16vor.de/?s=Mutsuko+Ayano

Gedenkstein

Mutsuko Ayano studierte als Rotary-Stipendiatin in Trier. Der Rotary-Club hat nach ihrem Tode auf dem Kreuzweg am Petrisberg einen Gedenkstein gestiftet, den der Trierer Bildhauer Jupp Zimmer nach Vorschlägen der Eltern in schlichten Sandstein gehauen hatte. Gemäß dem Wunsch der Eltern wurden die zwei buddhistischen Worte "myoo hoo" in japanischer Schrift eingemeißelt. "Ihre Bedeutung weist auf die Wahrheit über das Universum hin, und wir rezitieren sie regelmäßig, wenn wir für Mutsukos Seele beten", schrieben die Eltern in einem Brief im April 1984 an das Akademische Auslandsamt der Universität. Trotz des großen Schmerzes durch den Verlust ihrer Tochter haben die Eltern einen wichtigen Beitrag zum japanisch-deutschen Austausch geleistet. Ihr Wirken hat entscheidend mit zur Gründung der Japanologie in Trier beigetragen. Während ihrer Besuche in Trier haben sie das Fach Japanologie und den Unterricht besucht und sich mit den Studierenden ausgetauscht. So wird heute der japanisch-deutsche Austausch, dem sich Mutsuko immer hatte widmen wollen, intensiv an der Universität Trier betrieben. "Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekte befassen sich heute mit dem Thema Interkulturalität, und dies war auch ein Schwerpunkt des Japanologentages, der im Jahr 1999 mit 400 Teilnehmenden an der Universität Trier statt gefunden hat", berichtet Prof. Dr. Hilaria Gössmann.

Verbundenheit der Trierer Bevölkerung

Wie sehr die Trierer Bevölkerung sich mit dem Schicksal der jungen japanischen Studentin verbunden fühlen zeigt ein Beispiel ganz besonders: Ein Kleingärtner aus der Nähe hat über all die Jahre hinweg den Gedenkstein mit frischem Blumenschmuck versorgt, den er im Sommer aus seinem eigenen Garten und im Winter vom Garten- und Friedhofsamt Trier kostenlos bezieht. Dort hat man ihm immer bereitwillig Blumenschmuck für den Gedenkstein zur Verfügung gestellt. Auch ein anderer Bürger stellte dort regelmäßig Blumen und Kerzen auf. Er hatte bei einem Krankenhausaufenthalt das Gelübde getan, sich Zeit seines Lebens um die Gedenkstätte zu kümmern.