Computerlinguistik und Digital Humanities

Fortschritte in der Informationstechnologie haben unser Leben umgewälzt und werden uns auch in Zukunft weiter beeinflussen. Diese digitale Revolution macht auch vor dem Wissenschaftsbetrieb nicht Halt. Das Fach »Computerlinguistik und Digital Humanities« versteht sich als Schnittstelle zwischen traditionellen Geisteswissenschaften und der Informatik. Studierende unserer Studiengänge erwerben Schlüsselqualifikationen aus beiden Wissenschaftsbereichen, die heute fast überall im Arbeitsleben gefordert werden. Dazu gehören neben profunden Kenntnissen in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen und der Kompetenz im Umgang mit neuen Medien vor allem die Fähigkeiten zum Strukturieren von Problembereichen, zum selbständigen Erarbeiten von Problemlösungen und zum fächerübergreifenden Arbeiten im Team inklusive der dabei benötigten kommunikativen Fähigkeiten.

Konstantin Hiesinger, Bachelor Computerlinguistik

"Die Universität Trier liegt schön im Grünen, sodass bei mir jeder Unitag mit einem Spaziergang durch die Weinberge beginnt. Beste Voraussetzungen also für einen freien Kopf.

Nach der Uni kann man dann mit Freunden im campuseigenen Park entspannen.

Die Atmosphäre im Fach ist sehr familiär. Wenn man Fragen hat oder etwas nicht auf Anhieb versteht, hat immer jemand ein offenes Ohr. Das habe ich hier sehr zu schätzen gelernt."

Nicolas Schenk, Master Digital Humanities

"Die Universität Trier ist eine übersichtliche Uni, an der man sich schnell zurechtfindet. Das Trier Center for Digital Humanities bietet optimale Bedingungen für das Studium. Überschaubare Teilnehmeranzahlen in den Seminaren und Vorlesungen ermöglichen eine optimale Betreuung.

Der Austausch mit den Dozenten ist einfach und unkompliziert, kurze Wege erleichtern die Kommunikation zusätzlich. Dadurch entsteht automatisch eine sehr angenehme Atmosphäre."

Studieninhalte

Die Computerlinguistik beschäftigt sich mit der Verarbeitung natürlicher Sprache in Computersystemen, einerseits für die Entwicklung von computergestützten Anwendungen wie der automatischen Übersetzung, von Suchmaschinen-Techniken, Vorlesegeräten und digitalen Assistenten, andererseits zum Zweck der Erforschung von Sprache und Text mit naturwissenschaftlichen Mitteln. Die Studierenden lernen die hierfür relevanten Grundlagen aus mehreren Wissenschaften, darunter Linguistik, Informatik und Psychologie (Kognitionswissenschaft) und sammeln Erfahrungen mit den wichtigsten Werkzeugen, in Analysetechniken sowie in Methoden der Umsetzung von Lösungskonzepten in technische Systeme. 

Der Masterstudiengang Digital Humanities wird in enger Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften (Trier Center for Digital Humanities) und dem Fach Informatik – unter Beteiligung geisteswissenschaftlicher Fächer (insbesondere Germanistik, Anglistik, Phonetik und Kunstgeschichte) – angeboten. Er vermittelt fundierte Kenntnisse der wichtigsten Theorien, Methoden und Techniken, die notwendig sind und eingesetzt werden, um innovative, durch IT unterstützte Forschungen an geisteswissenschaftlichen Gegenständen durchführen zu können. Der Studiengang vermittelt insbesondere Wissen über die Digitalisierung und Archivierung, inhaltliche Erschließungsverfahren, digitale Analyse, Vernetzung, Visualisierung und Repräsentation textueller und nichttextueller Daten.

Voraussetzungen

Die Studiengänge des Fachs »Computerlinguistik und Digital Humanities« eignen sich in besonderem Maße für alle, die sich sowohl für Sprach- und Geisteswissenschaften als auch für technische und naturwissenschaftliche Methoden interessieren.

In einigen Modulen müssen mathematisch orientierte Pflichtveranstaltungen absolviert werden. Vorkenntnisse im Umfang eines Mathematik-Grundkurses an der Oberstufe des Gymnasiums reichen als Vorkenntnisse jedoch aus. Weitreichende Vorkenntnisse im Umgang mit Computern, insbesondere Programmierkenntnisse erleichtern zwar den Einstieg, sind aber nicht erforderlich. In betreuten Übungen wird von Anfang an in die Materie eingeführt.

Für den Bachelor-Studiengang Computerlinguistik kann man sich nur zum Wintersemester einschreiben; bei dem gleichnamigen Masterstudiengang ist auch eine Einschreibung zum Sommersemester möglich. Die Zulassung ist derzeit nicht beschränkt.

Für den Master Digital Humanites besteht darüber hinaus grundsätzlich auch die Möglichkeit, sich zum Sommersemester einzuschreiben. Zugangsvoraussetzungen sind der Nachweis eines geisteswissenschaftlichen oder informatikwissenschaftlichen Bachelorabschluss mit einer Note von 2,5 oder besser.

Praktika

Alle Studiengänge enthalten einen hohen Anteil an praktischen Übungen, wie etwa zu Programmiersprachen, Datenbanksystemen, zu Anwendungsfragen der Digital Humanities und der Computerlinguistik. Darüber hinaus empfiehlt es sich, auch außerhalb der Universität, bei Unternehmen oder Forschungseinrichtungen praktische Erfahrungen zu sammeln, um sein späteres Berufsfeld kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen. Hierzu bieten die vielfältigen Netzwerke des Fachs »Computerlinguistik und Digital Humanities« und des Kompetenzzentrums eine hervorragende Ausgangslage, die Studierende nutzen können und sollten. Auf Nachfrage können über die Fachstudienberatung auch Praktikumsstellen in geeigneten Einrichtungen oder Unternehmen empfohlen werden. Solche Praktika sind nicht verpflichtend, aber die in ihnen erworbenen Erfahrungen erleichtern den späteren Berufseinstieg.

Auslandsaufenthalt

Ein Auslandsaufenthalt ist beim Studium der Computerlinguistik oder der Digital Humanities nicht verpflichtend. Um seinen Horizont zu erweitern, neue Erfahrungen und Kenntnisse zu sammeln und seine Berufsaussichten zu verbessern, empfehlen wir aber ausdrücklich, an einer unserer Partneruniversitäten oder über eines von zahlreichen Programmen im Ausland zu studieren. Auch praktische Tätigkeiten im Ausland, zum Beispiel bei einem Unternehmen oder einer Forschungseinrichtung, bieten sich an. Bei der Suche nach einem passenden Programm unterstützen das Akademische Auslandsamt und die Fachstudienberater.

Berufsfelder

Computerlinguisten sind in vielen verschiedenen Bereichen tätig. Besonders typisch ist eine Tätigkeit in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen meist großer Firmen, die auf dem Gebiet der Sprachtechnologie und der Kommunikationstechnik tätig sind. Weitere mögliche Beschäftigungsfelder sind die universitäre Forschung und Lehre sowie Forschungsprojekte der Europäischen Union. Durch ihre vielseitig einsetzbare Grundqualifikation sind Computerlinguisten in der Regel so flexibel, dass sie nach Abschluss ihres Studiums auch Tätigkeiten in nicht primär sprachtechnologisch ausgerichteten Arbeitsbereichen ausüben können. Bei Interesse bestehen häufig auch gute Chancen für eine Berufstätigkeit im Ausland.

Für Absolventen der Digital Humanities bietet sich ein ebenfalls breit gefächertes Spektrum an beruflichen Möglichkeiten, in denen geisteswissenschaftliche Arbeit und vertiefte technische Fähigkeiten zusammentreffen, z.B. in universitären und außeruniversitären Forschungsprojekten, in Verlagen, in der Medienbranche, in Museen, Archiven und Bibliotheken, aber auch in anderen Bereichen, die einen Mehrwert aus den im Studium erworbenen Schlüsselqualifikationen ziehen können, etwa die Tourismusbranche oder auch die in diversen Bereichen wichtiger werdende Querschnittsaufgabe des Projektmanagements.

Studiengänge

Computerlinguistik kann man als Bachelor (6 Semester) im Haupt- oder Nebenfach studieren und mit allen anderen Fächern kombinieren. Im Masterstudiengang (4 Semester) kann Computerlinguistik als Haupt-, Neben- oder Kernfach (Ein-Fach-Studiengang) studiert werden.

Der viersemestrige Master of Science Digital Humanities kann nach einem Bachelor-Abschluss (oder vergleichbar) angeschlossen werden. Nach einer Orientierungsphase, in der fehlende informatik- bzw. geisteswissenschaftliche Kenntnisse vermittelt werden (je nach Bachelor-Abschluss), schließen sich Kernmodule zu den Digital Humanities sowie Wahlpflichtmodule aus der Informatik, geisteswissenschaftlichen Fächern oder den Digital Humanities an.