Geographie

Die Oberfläche unserer Erde wird von einer Vielzahl von Prozessen gebildet und geformt. Wie Relief, Klima, Wasser, Boden, Gestein und auch der Mensch sie gestalten, untersucht die Geographie. Das Fach ist stark interdisziplinär angelegt, um mit Erkenntnissen aus den Natur-, Wirtschafts-, Geistes- und Sozialwissenschaften die Zusammenhänge dieser räumlichen Strukturen aufzudecken.

Die Studierenden erlernen vielfältige Methoden, um Ökosysteme, menschliche Lebensbedingungen und Konflikte zwischen Natur und Mensch zu verstehen. Ziel der Arbeit von Geographinnen und Geographen ist es, Lösungen für das nachhaltige Management der natürlichen Ressourcen und der menschlichen Lebensräume auf lokaler, regionaler und globaler Ebene zu entwickeln.

 

"In meinem Schwerpunkt Humangeographie beschäftigen wir uns unter anderem mit stadtplanerischen und raumwirksamen Prozessen und Verflechtungen und können das fast beliebig kombinieren – von VWL bis Kunstgeschichte.

Besonders spannend ist die Großexkursion, die mich nach Kenia führte, aber auch kleinere Tagesexkursionen und Projektstudien rund um Trier. Der eigene, sehr familiäre Campus schafft eine enge Betreuung zwischen Studierenden und Dozenten und bietet viel Grün zum Entspannen nach der Uni."

Katharina Lieser, Bachelorstudentin

Studieninhalte

Entsprechend des interdisziplinären Charakters umfasst das Studium Theorien, Methoden und Anwendungen aus den Bereichen Physische Geographie und Humangeographie. Gegenstand der Physischen Geographie ist die räumliche Struktur, Entwicklung und Veränderung der physischen Beschaffenheit der Erdoberfläche. Die Humangeographie fragt danach, wie der Mensch seine Umwelt wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch formt und strukturiert.

Die Inhalte des Studiums reichen dabei von der Klimageographie und Geomorphologie über die Bevölkerungs-, Siedlungs- und Wirtschaftsgeographie bis hin zur Kartographie, Fernerkundung, Geoinformatik und Raumplanung. Ein Schwerpunkt innerhalb der Humangeographie in Trier ist der Bereich Freizeit und Tourismus. Auf ein Teilgebiet der Geographie können sich Studierende im Studienverlauf spezialisieren.

Wer Geographie auf Lehramt studiert, erhält im Fach Bildungswissenschaften zusätzlich eine pädagogische Ausbildung.

Voraussetzungen

Eine wichtige Voraussetzung für das Studium ist die Bereitschaft dazu, die unterschiedlichen Denkweisen und Methoden der Natur- und Gesellschaftswissenschaften miteinander zu verknüpfen, weil die spezifischen Fragestellungen der Geographie sich nur interdisziplinär beantworten lassen. So gehören für Studierende der Geographie Grundkenntnisse der Naturwissenschaften ebenso zum Handwerkszeug wie die Fähigkeit zur Auswertung statistischer Daten.

Kondition und Konzentration braucht man für die Forschung im Gelände bei Wind und Wetter.

Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen ist ebenso erforderlich. Auch sollten Studierende der Geographie über nationale Grenzen hinweg und nachhaltig denken können.

Praktika

Während des Studiums der Geographie absolvieren Studierende Geländepraktika und Exkursionen, in denen Sie das theoretisch-methodisch erworbene Wissen in der Praxis anwenden. Einrichtungen und Gruppen auf dem Campus, wie etwa das Bienenprojekt Bee.Ed oder das Mittelmeerhaus, bieten Gelegenheit, sich direkt an der Uni praktisch zu betätigen und einzubringen. Verpflichtend sind auch Berufspraktika außerhalb der Universität, bei Unternehmen oder Forschungseinrichtungen. Hier sammeln die Studierenden praktische Erfahrungen, lernen mögliche Berufsfelder kennen und knüpfen Kontakte.

Auslandsaufenthalt

Eine Zeit im Ausland zu verbringen, ist im Rahmen des Geographiestudiums nicht verpflichtend, wird aber nachdrücklich empfohlen. Hierfür sind so genannte Mobilitätsfenster in den Studienverlaufsplänen der einzelnen Studiengänge vorgesehen, in denen für Studierende ein Auslandsaufenthalt sehr gut planbar ist. Auslandsaufenthalte in Form von Praktika oder einzelnen Semestern an den zahlreichen Partneruniversitäten dienen dazu, den eigenen Horizont zu erweitern, neue Erfahrungen und Wissen zu sammeln, Sprachkenntnisse zu vertiefen und die eigenen Berufsaussichten zu verbessern.

Beratung und Information über die zahlreichen Angebote von Auslandsprogrammen gibt das International Office und die Erasmus-Koordination der Geographie. Alternativ oder zusätzlich bieten sich auch praktische Tätigkeiten im Ausland an, zum Beispiel bei einem Unternehmen oder einer Forschungseinrichtung. Die erbrachten Leistungen können im Rahmen des Studiums anerkannt werden.

Berufsfelder

Nach erfolgreich absolviertem Geographiestudium ergeben sich Berufschancen nicht nur in den eher klassischen Arbeitsfeldern der Geographie wie Hochschule und Öffentliche Verwaltung, sondern auch und vor allem in der Planung, zum Beispiel der Orts-, Regional- und Landesplanung, Verkehrsplanung oder Raumordnung. Weitere Bereiche sind unter anderem Wirtschaftsförderung, Immobilienwirtschaft, Logistik, Entwicklungshilfe, Wasser- und Energiewirtschaft, Marktforschung sowie nicht zuletzt die Geoinformatik. Ein Studienschwerpunkt im Bereich Tourismus qualifiziert insbesondere für die Bereiche Touristik, Eventmanagement, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit.

Wer Geographie auf Lehramt studiert, strebt damit eine Tätigkeit im Schuldienst an.

Studiengänge

Geographie kann man an der Universität Trier auf Bachelorebene im 1-Fach-Studiengang „Angewandte Geographie“ oder als Nebenfach studieren. An das 6-semestrige Bachelor-Studium lässt sich einer der Masterstudiengänge „Angewandte Humangeographie“ oder „Prozessdynamik an der Erdoberfläche“ anschließen.

Wer in den Schuldienst möchte, studiert den Bachelor- und Masterstudiengang Geographie Lehramt (B.Ed./M.Ed.), der für die Schulformen Grundschule, Realschule plus und Gymnasium angeboten wird.