Altertumswissenschaften

Bild der Porta Nigra in Trier

Wer sich für die Kulturen der Antike interessiert, der ist in Trier genau richtig. Neun UNESCO-Welterbestätten unterstreichen die beeindruckende Geschichte Triers als älteste Stadt Deutschlands, spätantike Hauptstadt des westlichen römischen Reiches und Residenz Kaiser Konstantins. Monumente wie die Porta Nigra, die Konstantin-Basilika oder die Kaiserthermen prägen bis heute das Stadtbild.

Für ein Studium der Antike bieten nicht nur Stadt und Region Trier ein besonderes Umfeld, auch die Altertumswissenschaften sind an der Universität Trier unter dem Dach des „Zentrums für Altertumswissenschaften“ breit aufgestellt: In Trier gibt es die Fächer Ägyptologie, Alte Geschichte, Klassische Archäologie, Klassische Philologie und Papyrologie. Durch die Fächervielfalt und ihre fachübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen sie einen einzigartigen Blick auf die antiken Kulturen, deren Grenzen und Traditionen. Damit bieten sich hervorragende Bedingungen für ein Studium der Altertumswissenschaften in verschiedenen  Bachelor- und Masterstudiengängen, die individuelle Schwerpunktsetzungen und Kombinationen ermöglichen.

Studieninhalte

Das Studium der altertumswissenschaftlichen Fächer vermittelt die notwendigen Kenntnisse, Methoden und Theorien, um mit Text- und Bildquellen sowie archäologischen Funden der Antike wissenschaftlich umgehen zu können. Gründliches Wissen über die einzelnen Regionen, Kulturen und historischen Entwicklungen zu erwerben, ist hierbei ebenso zentral wie antike und moderne Sprachen zu lernen.

Die altertumswissenschaftlichen Disziplinen haben hierbei jeweils eine eigene Perspektive und Herangehensweise:

  • Das Studium der Ägyptologie gibt Einblicke in die vielfältigen Sprach- und Schriftstufen, Archäologie, Kultur und Gesellschaft des alten Ägypten über einen Zeitraum von mehr als 5.000 Jahren, von prädynastischer bis in römische Zeit. In Trier liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem griechisch-römischen Ägypten, also auf den kulturellen Entwicklungen seit der Eroberung Ägyptens durch Alexander den Großen im Jahr 332 v.Chr.
  • Gegenstand der Alten Geschichte sind die antiken griechischen und römischen Kulturen sowie ihre Randbereiche vom zweiten Jahrtausend vor Christus bis zum 6. nachchristlichen Jahrhundert. Sie beschäftigt sich – im Unterschied zur Archäologie – vornehmlich mit den schriftlichen Hinterlassenschaften der Menschen.
  • Archäologen erforschen, ordnen und dokumentieren Materialien, die vergangene Kulturen hinterlassen haben. Die Klassische Archäologie befasst sich speziell mit den antiken griechischen und römischen Kulturen. Das Studium verbindet die Theorie mit einer praxisnahen Ausbildung bei Ausgrabungen und Projekten.
  • Die Klassische Philologie befasst sich mit der altgriechischen (Gräzistik) und lateinischen (Latinistik) Sprache und Literatur vor dem Hintergrund der Geschichte und Kultur der Antike. Neben literarischen Texten werden auch die Geschichtsschreibung und philosophische Texte betrachtet.
  • Die Papyrologie ist eine Spezialdisziplin der Altertumswissenschaften, die sich mit altgriechischen und lateinischen Texten auf Papyrus und ähnlichen Beschreibstoffen beschäftigt. Die Studierenden lernen, Papyri zu entziffern, Textarten zu erkennen, die Texte zu übersetzen und zu verstehen.

Voraussetzungen

Grundlegend für alle Studiengänge der Altertumswissenschaften ist das Interesse an der Geschichte und den Kulturen der Antike wie dem alten Ägypten, Griechenland oder Rom. Für das Studium sollte man den Wunsch mitbringen, alte Sprachen und Schriften zu lernen. Zudem sind analytische Fähigkeiten und Ausdauer wichtig bei der Arbeit mit den archäologischen und schriftlichen Quellen und deren Einordnung in den kulturhistorischen Kontext. Von Bedeutung sind daneben eine gute Ausdrucksfähigkeit und die Bereitschaft, auch fremdsprachige Fachliteratur zu lesen.

Für das Studium der Altertumswissenschaften sind Kenntnisse in Latein und – je nach fachlicher Schwerpunktsetzung – Griechisch wichtig. Diese können auch im Laufe des Studiums an der Universität Trier erworben werden.

Für alle Studiengänge der Altertumswissenschaften kann man sich jeweils zum Sommer- und zum Wintersemester einschreiben – unabhängig vom Notendurchschnitt im Abitur.

Praktika & Auslandsaufenthalt

Ein vorhergehendes Praktikum ist für den Einstieg in das Studium nicht erforderlich. Während des Studiums sind im Fach Klassische Archäologie praktische Erfahrungen zu sammeln (Modul „Berufspraxis“). In den anderen altertumswissenschaftlichen Fächern ist das Sammeln von praktischen Erfahrungen zwar nicht verpflichtend, aber dringend zu empfehlen, um spätere Berufsfelder kennenzulernen. Gute Möglichkeiten für ein Praktikum bieten zudem Museen, Bibliotheken oder Archive. Praxiserfahrungen können auch bei Ausgrabungen, in Ausstellungsprojekten oder während der angebotenen Exkursionen in den Mittelmeerraum und in der Region gesammelt werden. Im Fach Klassische Archäologie ist die Teilnahme an Exkursionen (10 Tage) im Modul „Archäologie vor Ort“ verpflichtend.

Ein Auslandsaufenthalt ist nicht verpflichtend, aber eine sehr gute Gelegenheit, seinen Horizont zu erweitern, Eindrücke zu sammeln und seine Berufsaussichten zu verbessern. Alle Altertumswissenschaften pflegen langjährige Partnerschaften mit Universitäten auf der ganzen Welt. Außerdem bietet die Universität Trier selbst die Vermittlung in zahlreiche Auslandsprogramme an. Für Studierende der Altertumswissenschaften sind insbesondere praktische Tätigkeiten im Ausland eine Bereicherung, zum Beispiel die Teilnahme an Ausgrabungen im Mittelmeerraum.

Berufsfelder

Ein Abschluss in den Altertumswissenschaften eröffnet zahlreiche Berufsperspektiven: Typische Arbeitsfelder liegen in Museen, Bibliotheken und Archiven. Aber auch im Kulturmanagement und der Kulturvermittlung, im Tourismus, im Journalismus, in der Öffentlichkeitsarbeit, in Verlagen sowie in der Erwachsenenbildung werden Altertumswissenschaftler eingesetzt. Wissenschaftliche Institute und Einrichtungen des Denkmalschutzes stellen weitere mögliche Arbeitgeber für Absolventen dar. Altertumswissenschaftler sind vielseitig, denn sie haben dank der Vielschichtigkeit ihres Studiums gelernt, sich in unterschiedliche Bereiche einzuarbeiten.

Stimmen zum Studium

Studentin mit braunen Haaren

„Ein besonderes Erlebnis während meines Studiums war die Grabungskampagne in Abydos. Hier konnte ich meine zeichnerischen Fähigkeiten verbessern und lernte, die Keramik nach Waren zu sortieren sowie Inschriften der Frühzeit umzuzeichnen.

Die Zeugnisse einer längst vergangenen Zivilisation selbst in den Händen zu halten, ist wirklich unbeschreiblich. Ausflüge in das Umland ermöglichten weitere spannende Einblicke in die faszinierende Kultur des Alten Ägyptens."

Chiara Duffner, Masterstudentin

Student mit kurzen braunen Haaren, einer Brille und einem Bart

"Unser Institut bietet mit der umfangreichsten ägyptologischen Bibliothek des Landes beste Bedingungen für Studium und Lehre. Des Weiteren ist das Angebot an Exkursionen sehr vielfältig, so führten diese bereits nach Ägypten und zu diversen großen Sammlungen und Ausstellungen (Paris, Berlin, Florenz, Turin).

Das Highlight meines Studiums bildeten die Feldkampagnen in Ägypten, bei denen ich nicht nur mein Wissen in der Praxis anwenden konnte, sondern auch die Chance erhielt, Kollegen aus Ägypten und der ganzen Welt kennen zu lernen."

Alexander Juraschka, Masterstudent

"Für Studierende der Altertumswissenschaften bietet Trier viele interessante Sehenswürdigkeiten: die Weltkulturerbestätten, wie Porta Nigra, Amphitheater, Barbara- und Kaiserthermen. In den Museen der Stadt gibt es tolle Ausstellungen, die sich immer wieder neu mit der Historie auseinandersetzen.

Für Papyrologie kann man mit vielen anderen altertumswissenschaftlichen Fächern, wie Ägyptologie, Klassische Archäologie, Alte Geschichte oder auch der Klassischen Philologie kombinieren. Die Universität Trier ist hier stark aufgestellt."

Bianka Nuesser, Masterstudentin

Student mit Bart und Brille

"Die Archäologie in Trier vereint Theorie und Praxis und bereitet so optimal auf das Arbeitsleben vor. In Seminaren und Übungen eignet man sich Wissen an, das man im Laufe des Studiums bei Ausgrabungen, Praktika und Lehrforschungsprojekten anwenden kann.

Die Anzahl an Studierenden ist überschaubar. Das ermöglicht einen engen Kontakt zu Professoren und Dozenten. So entsteht ein schon fast familiäres Verhältnis, das nicht selbstverständlich ist."

Julian Geiß, Masterstudent

Studiengänge und Abschlüsse

An der Universität Trier können Studierende aus einem breiten Angebot an Bachelor- und Masterstudiengängen im Bereich der Altertumswissenschaften wählen.

Der Bachelor-Studiengang „Altertumswissenschaften“ zielt darauf ab, fundierte Kenntnisse über die Kulturen der Antike und ihre Rezeption zu vermitteln. Er ist interdisziplinär angelegt: Alle altertumswissenschaftlichen Fächer sind beteiligt, wobei individuelle Schwerpunktsetzungen vorgenommen werden können.

Im Rahmen eines 2-Fach-Studiums können Ägyptologie, Klassische Archäologie und Klassische Philologie auch einzeln als Studienfach im Bachelor belegt und mit zahlreichen weiteren Fächern der Universität Trier kombiniert werden. Papyrologie steht ausschließlich als Masterstudiengang zur Wahl.

Latein und Griechisch werden außerdem als Fächer im Rahmen eines Lehramtsstudiums angeboten.

In den Altertumswissenschaften kann man nach Absprache mit dem Dozenten schon vor Studienbeginn bei geeigneten Lehrveranstaltungen hospitieren. Vertiefende Studienberatungsgespräche werden gern angeboten. Zu einer Studienberatung wird rechtzeitig vor Beginn des Studiums geraten.