Pflegewissenschaft

Das Berufsfeld der Pflege steht vor drängenden Herausforderungen. Der demografische Wandel lässt die Gesellschaft altern und erzeugt einen wachsenden Bedarf an professionellen Pflegekräften. Dafür wird an der Universität Trier auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und moderner Lehrmethoden die Klinische Pflege weiterentwickelt.

Das Bachelorstudium Klinische Pflege ist eine universitäre Ausbildung mit hohem Praxisbezug. In sieben Semestern Regelstudienzeit werden alle wissenschaftlichen Grundlagen zur Versorgung von Menschen jeden Alters vermittelt. Einblicke in die Berufspraxis bekommt man in studienbegleitenden Praktika in Einrichtungen der Akut-, Langzeit- und ambulanten Pflege

Als einzige Hochschule von Rheinland-Pfalz bietet die Universität Trier den Master Interprofessionelle Gesundheitsversorgung an. Eine wirksame und nachhaltig patientenzentrierte Gesundheitsversorgung erfordert die koordinierte Zusammenarbeit von Fachpersonen unterschiedlicher Berufsgruppen. So geht das Studium über den Schwerpunkt der Pflege hinaus. Es qualifiziert für übergreifende Aufgaben in der Prävention, Gesundheitsförderung, Rehabilitation, Kuration und Palliation. Das Vollzeitstudium kann berufsbegleitend studiert werden.

Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge haben hervorragende Chancen auf verantwortungsvolle Aufgaben im Gesundheitswesen und die Möglichkeit, die Zukunft der Pflege mitzugestalten.

"An meinem Studiengang gefällt mir besonders die verständnisvolle und warme Atmosphäre zwischen den Studierenden und den Professuren. Wichtig: Bei uns wird viel gelacht. Die Studierenden stehen, dank der kleinen Jahrgänge, immer in engem Kontakt zu den Professuren. Das Wohlergehen jedes Einzelnen spielt eine große Rolle. Der Austausch zwischen Studierenden und Professuren zu persönlichen Erfahrungen und Berichten aus der Berufspraxis stärkt unser Gemeinschaftsgefühl."

Isabel Paas, Bachelorstudentin

"Im Studiengang Pflegewissenschaft-Klinische Pflege unterrichten Dozierende, Professorinnen und Professoren, die jahrelange berufliche Erfahrungen aus der Pflege und Psychologie mitbringen. Somit sind die Unterrichtseinheiten sowohl theoretisch als auch praktisch ideal aufeinander abgestimmt."

Almira Muratovic, Bachelorstudentin

„Schon seit meiner Schulzeit wollte ich unbedingt in die Pflege gehen. Mit dem Studiengang Pflegewissenschaften kann ich mein Abitur nutzen und Theorie mit Praxis verbinden.

Ich bin ein sehr empathischer und offener Mensch und will lieber mit Menschen als mit dem PC arbeiten.

Nach meinem Bachelorabschluss möchte ich erst einmal weiter in der Praxis arbeiten, um möglichst viele Erfahrungen in unterschiedlichen Klinik-Typen zu sammeln.“

Marie Rother, Bachelorabsolventin

 „Der Bachelorabschluss hat in der Pflege einen hohen Stellenwert und ist international anerkannt. Ich möchte später mit Ärzte ohne Grenzen und auf eigene Faust um die Welt ziehen. Mit evidenzbasierter Praxis werde ich etwas von meiner guten Ausbildung an andere zurückgeben, die darauf keine Chance hatten.

Ich weiß selbst, wie es ist, Patientin zu sein. Deswegen kann ich mich gut in die Geschichten der Patienten einfinden und sie einfühlsam betreuen.“

Sally C. Beffort, Bachelorabsolventin

„Ich will dazu beitragen, Pflege zu professionalisieren. Eine Ausbildung und ein Studium gleichzeitig zu absolvieren, bedeutet zwar mehr Arbeit, dafür ist man aber deutlich höher qualifiziert. Im Studium beschäftigt man sich viel tiefgründiger mit der Pflege, als wenn man nur eine Ausbildung absolviert.

Im Anschluss an meinen Bachelor möchte ich noch den Master studieren. Damit will ich später im Pflege- und Qualitätsmanagement arbeiten.“

Nadine Sutschet, Bachelorabsolventin

„Ich wollte schon immer in einem Krankenhaus arbeiten. Doch statt für Medizin, entschied ich mich für das Studium der Pflege.

Hier kann ich von Beginn an arbeiten und meine theoretischen Erkenntnisse in der Klink anwenden.

In einem Medizinstudium hätte ich noch sehr lange auf die Berufspraxis warten müssen.“

Ines Kopp, Bachelorabsolventin

Studieninhalte

Bachelorstudierende werden in der Klinischen Pflege ausgebildet. Die Lerninhalte setzen sich aus den beiden Schwerpunktbereichen der Pflegewissenschaft und der Gesundheitspsychologie zusammen. Die Pflegewissenschaft lehrt anhand von aktuellen Studienergebnissen, wie die Pflege als Prozess gesteuert und wie Menschen aller Altersstufen optimal versorgt werden. Die Gesundheitspsychologie unterrichtet, was Gesundheit mitbedingt und wie man das Gesundheitsverhalten von Patienten fördert. Studierende bewerten und ordnen Pflege wissenschaftlich ein, sowie sie in der Praxis individuelle Pflegemaßnahmen planen, durchführen und evaluieren. Das Studium umfasst die Einsatzfelder akute Pflege, Langzeitpflege, ambulante Pflege, Prävention und Gesundheitsförderung, Kuration, Rehabilitation und Palliation.

Im Bachelorstudiengang Klinische Pflege muss man nicht bis zum Abschluss des Studiums warten, um theoretisches Know-how in der Berufspraxis zu bekommen und anzuwenden. Das erhält man von Beginn an. Teil des Studiums sind Praxiseinsätze, die in verschiedenen Kooperationseinrichtungen der Universität Trier absolviert werden. Studierende erreichen mit dem Ende der hochschulischen Ausbildung nicht nur den Bachelorabschluss, sondern auch die staatlich anerkannte Berufszulassung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann.

Im Masterstudiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung stehen vor allem Kenntnisse für Fach- und Führungskräfte über Arbeitsweisen verschiedener medizinischer Berufe im Vordergrund. Er ist auf die interprofessionelle und integrierte Gesundheitsversorgung von Menschen aller Altersgruppen ausgerichtet. Es werden vertiefte Kenntnisse und Fertigkeiten aus den Bereichen der Pflegewissenschaft und Gesundheitspsychologie vermittelt. Durch die Wahl eines Schwerpunktes können sich Studierende während ihres Studiums spezialisieren. Der Schwerpunkt „Advanced Nursing Practice“ vertieft berufsübergreifende Themen in der Pflege, wohingegen der Schwerpunkt „Gesundheitsförderung: Intervention und Forschung“ die Gesundheitsprävention und -beratung fokussiert. Studierende lernen an der Universität Trier simulationsbasiert, sodass sie mit ihren unterschiedlichen beruflichen Hintergründen ihre jeweiligen Fachkompetenzen einbringen können.

Voraussetzungen

Motiviert, Menschen so zu helfen, dass sie wieder gesund sind und chronische Leiden gelindert werden? Das ist das wichtigste Grundinteresse für eine Berufstätigkeit in der Pflege. Für ein Studium sollte man außerdem gern aktiv mit Menschen arbeiten und sich mit der Situation in der Pflege auseinandersetzen sowie Pflegesituationen wissenschaftlich durchdringen wollen. In das Bachelorstudium kann sich einschreiben, wer eine allgemeine Hochschulreife oder eine fachgebundene Hochschulreife im Bereich Gesundheit und Soziales hat. Grundkenntnisse der englischen Sprache sind im Studium hilfreich.

Der Master kann berufsbegleitend absolviert werden. Lehrveranstaltungen finden nur am Montag und Dienstag statt. Voraussetzung, um den Masterstudiengang belegen zu können, ist ein mit dem Bachelor of Science abgeschlossener Studiengang in Pflege- und Gesundheitswissenschaften oder im Pflege- und Gesundheitsmanagement, der Pflegepädagogik und der Pädagogik des Gesundheitswesens, Psychologie, Biomedizin, Therapiewissenschaften, wie Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie, Hebammenwissenschaft, Heilerziehungspflege oder in Public Health.

Praktika

Die Praktika sind fester Bestandteil des Bachelorstudiengangs Klinische Pflege. Studierende absolvieren kontinuierlich Praxiseinsätze im Verlauf ihres Studiums. Sie finden in verschiedenen Kooperationseinrichtungen der Universität Trier in der vorlesungsfreien Zeit statt. Die Studierenden erhalten wertvolle Einblicke in Kliniken, in der Akut-, Langzeit und ambulanten Pflege. Mit ihrem Abschluss können die Absolventinnen und Absolventen 2.300 Stunden Erfahrung in der Pflegepraxis vorweisen.

Im Masterstudiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung ist ein sechswöchiges Praktikum Teil des Studiums, das auch im Ausland absolviert werden kann. Dadurch sollen Studierende die Möglichkeit haben, weitere Bereiche der gesundheitlichen Versorgung kennenzulernen.

Auslandsaufenthalt

Für einen Auslandsaufenthalt ist durch die Kombination von Bachelorstudium und Berufsausbildung in vier Jahren wenig Zeit. Wenn man aber gern noch vor Abschluss des Hochschulstudiums einen Austausch oder ein Praktikum im Bereich der Pflege planen möchte, stehen die Studienberaterin und das International Office der Universität mit Rat und Tat zur Seite.

Das Masterstudium bietet noch einmal die Chance, während des Studiums ins Ausland zu gehen. Gerade das sechswöchige Praktikum im Studienverlauf bietet sich dazu an.

Berufsfelder

Studierende der Pflegewissenschaft haben sehr gute, weit gefächerte Berufsaussichten im wachsenden und abwechslungsreichen Berufsfeld der Pflege. Auf dem Arbeitsmarkt ist die Nachfrage nach Pflegekräften sehr hoch. Man kann als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann verantwortungsvolle Positionen im Krankenhaus, Altenheim, der ambulanten Pflege und der Medizintechnik bekleiden. Oder man beschäftigt sich als Pflegeberater und im Qualitätsmanagement mit der Entwicklung von Pflegekonzepten – immer unter dem Blickwinkel, welche Standards und Abläufe zu verbessern sind.

Der Bedarf an interprofessionell ausgebildeten Fach- und Führungskräften steigt. Mit dem Masterabschluss ergeben sich noch weitere Berufsfelder. Durch die erworbenen fachlichen und methodischen Fertigkeiten, können Absolventinnen und Absolventen in der Forschung und Praxis Gesundheitsversorgung auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickeln, durchführen und evaluieren. Mögliche Arbeitgeber können neben Kliniken auch Krankenkassen, Gesundheitsämter sowie Unternehmen sein, die Programme zur Gesundheitsförderung haben. Weitere Karrierewege bieten Hochschulen, Universitäten und Forschungsinstitute.

Studiengänge

Die Pflegewissenschaft an der Universität Trier bietet den Bachelorstudiengang Klinische Pflege an. Mit dem Studium wird der akademische Abschluss Bachelor of Science in sieben Semestern Regelstudienzeit und zugleich der Abschluss zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann erworben.

Absolventinnen und Absolventen eines Bachelors können ihr Studium im Masterstudiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung mit den Schwerpunkten „Advanced Nursing Practice“ und „Gesundheitsförderung: Intervention und Forschung“ fortsetzen oder diesen Masterstudiengang auch im Anschluss an ein anderes Bachelorstudium aufnehmen. Nach vier Semestern Regelstudienzeit erreichen die Studierenden den Abschluss Master of Science.