In einem zweiwöchigen Intensivkurs lernen Teilnehmende der Summer School on German Law and German Legal Methods wie deutsche Juristen denken und arbeiten, organisiert von der Rechtswissenschaft der Uni Trier.

Zwei Wochen deutsches Recht für internationale Gäste

Das deutsche Rechtssystem ist im Ausland gefragt. Darauf reagiert die Rechtswissenschaft der Uni Trier. Zum zweiten Mal hat sie eine Summer School angeboten.

Aus elf verschiedenen Ländern – aus Brasilien, Chile, China, Frankreich, Georgien, Indien, Italien, Japan, Nigeria, Polen und den USA – kamen zwanzig Nachwuchsjuristen für zwei Wochen an die Universität Trier, um eine Einführung in das deutsche Recht zu erhalten. Kern des Intensivprogramms "Summer School on German Law and German Legal Methods" waren vier tägliche Lehreinheiten von Professorinnen und Professoren des Fachbereichs Rechtswissenschaft in den Kernfächern des deutschen Rechts sowie in der deutschen Rechtsmethodik. Hinzu kamen zwei juristische Abendvorträge, ein rechtshistorischer Stadtrundgang sowie ein Besuch des Landgerichts Trier. Den Abschluss bildeten Kurzvorträge zu spezifischen Fragen des deutschen Rechts, die sich jeder Teilnehmer während des Aufenthalts erarbeitet hatte.

Die Teilnehmer, die rasch zu einer lebendigen Gruppe zusammenfanden und sehr aktiv mitarbeiteten, waren begeistert. So resümiert Heritage Sanmi-Lawal aus Nigeria: „Ich habe so viel über deutsches Recht in einer wunderschönen Umgebung gelernt.“ Für Antônio Nunes Pereira aus Brasilien bot das Programm „die Gelegenheit, in den weltweit einflussreichsten systematischen rechtswissenschaftlichen Ansatz einzutauchen“, sowie „neue Kompetenzen für Ausbildung und Beruf“ zu erwerben.

„Ich habe so viel über deutsches Recht in einer wunderschönen Umgebung gelernt.“ – Heritage Sanmi-Lawal aus Nigeria
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweiten Summer School on German Law and Legal Methods

Großes Interesse an deutscher Rechtswissenschaft

Alle Abschlussevaluationen gaben an, dass sie die Summer School weiterempfehlen würden. Über das positive Echo freuen sich die beiden Initiatoren der Veranstaltung, Prof. Dr. Jens Kleinschmidt und Prof. Dr. Thomas Rüfner. Sie beobachten, dass das deutsche Rechtssystem und die deutsche Rechtswissenschaft in vielen Ländern traditionell auf großes Interesse stoßen. Die Summer School nimmt dieses Interesse auf und ermöglicht einen Einstieg ohne Kenntnisse der deutschen Sprache.

Ein Anliegen der Summer School ist es, den Teilnehmern einen Eindruck davon zu vermitteln, wie deutsche Juristen denken und arbeiten – nicht zuletzt, um im späteren Beruf die Kommunikation mit deutschen Juristen zu erleichtern. Zu den speziell diesen Fragen gewidmeten Lehrveranstaltungen kam daher ein Ausflug in die Praxis. Bei ihrem Gerichtsbesuch beobachteten die Teilnehmer nicht nur einen Strafprozess am Landgericht, sondern sie durften nach einer Einführung durch eine Richterin selbst verschiedenen Rollen einer Gerichtsverhandlung, in einem sogenannten Moot Court, simulieren.

Engagement der Trierer Rechtswissenschaft

Der große Erfolg der Summer School ließ sich nur realisieren durch das große Engagement der beteiligten Dozenten – acht Professorinnen und Professoren des Fachbereichs, die in der vorlesungsfreien Zeit zusätzliche Lehrveranstaltungen übernommen haben. Wie viele Teilnehmer lobte Ana Sofia Monken aus Brasilien die „tollen Professoren“, die „bei allen Fragen gern geholfen haben“. Für den reibungslosen Ablauf und ein gelungenes Rahmenprogramm sorgte Andreas Lenz mit Unterstützung weiterer Mitarbeiter der beteiligten Lehrstühle.

Die Teilnehmer kehren voller neuer Eindrücke in ihre Heimat zurück. Manch einen von ihnen inspiriert das Programm möglicherweise zu einem längeren Studien- oder Forschungsaufenthalt in Deutschland und an der Uni Trier.

► Mehr Infos zur Summer School on German Law and German Legal Methods.

Kontakt

Prof. Dr. Jens Kleinschmidt
Professur für Zivilrecht
Mail: kleinschmidtuni-trierde
Tel. +49 651 201-2507