Minister Clemens Hoch (Dritter von rechts) in der Umweltprobenbank an der Universität Trier, begleitet von JProf. Dr. Henrik Krehenwinkel, Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Jäckel, Prof. Dr. Michael Veith und dem stellvertretenden Kanzler der Universität, Thomas Künzel (von rechts).

Minister übertrug Berufungsrecht und nahm vielfältige Eindrücke mit

Zwei Forschungseinrichtungen demonstrierten Clemens Hoch ihre Arbeit und ihre Potenziale.

Die Unterschrift unter den Vertrag zum Berufungsrechts war schnell erledigt. Die übrigen Programmpunkte des Besuchs von Minister Clemens Hoch erforderten deutlich mehr Zeit. Das hatte vor allem mit der Fülle an Informationen und Einblicken zu tun, die den rheinland-pfälzischen Wissenschaftsminister bei seiner Sommertour auf dem Campus der Universität Trier erwarteten.

Mit seiner Unterschrift übertrug der Minister dem Präsidenten Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Jäckel dauerhaft das Recht, eigenständig Professorinnen und Professoren an die Universität Trier zu berufen. Dieses Privileg war dem Präsidenten bereits 2016 erstmals befristet eingeräumt worden. Nach der Universität Mainz ist die Universität Trier nun die zweite rheinland-pfälzische Hochschule mit dauerhaftem Berufungsrecht.

Zwei Anliegen

„Der Besuch der Universität Trier im Rahmen meiner Sommertour war mit zwei Anliegen verbunden. Zum einen war es mir eine Freude, der Universität das dauerhafte Berufungsrecht zu übertragen und zum anderen die beiden Einrichtungen, die Umweltprobenbank des Bundes und die Außenstelle des DFKI zu besuchen“, so Minister Hoch.

„Vor Ort wirken die Dinge einfach besser. Wir, Ministerium und Universität, tauschen uns telefonisch und schriftlich aus, aber gemeinsam vor den Forschungsobjekten zu stehen und zu sehen, wo die Theorie dann sehr praktisch wird, ist etwas anderes. Es war somit auch eine gute Gelegenheit, den gerade verabschiedeten Hochschulentwicklungsplan 2025 mit anschaulichen Projekten lebendig zu machen“, schätzte Universitätspräsident Jäckel den Wert des persönlichen Austauschs auf dem Campus hoch ein.

Außergewöhnliches Potenzial

Mit der Umweltprobenbank (UPB) und der Außenstelle des DFKI besuchte der Minister zwei Einrichtungen, die exemplarisch für die große Bandbreite der Forschungsfelder an der Universität Trier stehen. Während sich die UPB über mehr als 20 Jahre als umweltwissenschaftliche Einrichtung etabliert hat, wurde die in den Informatikwissenschaften verortete DFKI-Außenstelle erst 2020 eröffnet. Was beide verbindet, ist ihr außergewöhnliches Zukunftspotenzial.

Seit Ende des Jahres 2000 ist die Universität Projektpartner der UPB. Aufgabe der Trierer UPB-Projektgruppe ist es, Proben von Pflanzen und Tieren an Land sowie in Süß- und Salzwasser zu nehmen, zu dokumentieren und über einen langen Zeitraum mittels flüssigen Stickstoffs zu lagern. Die kontinuierliche Sammlung der Proben erlaubt aussagekräftige Beobachtungen über Veränderungen in Natur und Umwelt.

Neue Dimension

Dank neuer Methoden der Gewinnung und Analyse von Umwelt-DNA und inzwischen kostengünstig gewordener Verfahren eröffnen die an der Universität Trier gesammelten Proben eine neue Dimension, insbesondere für die Forschung zur Biodiversität. In einem kürzlich abgeschlossenen Projekt ermittelten Trierer Wissenschaftler beispielsweise in Teebeuteln DNA-Spuren von bis zu 400 Insektenarten.

„Die Umweltprobenbank als Archiv des Zustandes und der Belastung unserer Umwelt ist ein wahrer Schatz für die Forschung. Die enge Verbindung von Umweltprobenbank und universitärer Forschung ist ein Alleinstellungsmerkmal der Universität Trier. Von Ihrer Forschung profitieren nicht nur die Studierenden, sondern auch die Promovierenden, die sich Fragestellungen von gesellschaftlicher Relevanz widmen können“, sagte Minister Clemens Hoch nach dem Besuch.

Smarte Daten

Die Trierer Außenstelle des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) forscht primär zu smarten Daten und Wissensdiensten. Die Schwerpunkte liegen in der Schnittmenge von Künstlicher Intelligenz und Wirtschaftsinformatik, in den Bereichen Erfahrungsbasierte Lernende Systeme (Experience-Based Learning Systems) und Kognitive Sozialsimulation (Cognitive Social Simulation).

Beispielsweise soll daran geforscht werden, wie Künstliche Intelligenz, basierend auf Erfahrung, als lernendes System zur Bewältigung von Problemstellungen eingesetzt werden kann. Anwendungsbeispiele sind flexible Arbeits- und Produktionsprozesse in Handwerk und Industrie, aber auch die Entscheidungsunterstützung im Datenschutzrecht. Im Bereich kognitiver sozialer Systeme stehen Prozesse für die Pflege, Produktion und Logistik aber auch für die Öffentliche Sicherheit im Zentrum der Forschung. Diese sollen so gestaltet werden, dass der Mensch als Kunde oder Leistungserbringer in die Planung und später auch in die Ausführung aktiv einbezogen wird.

Gut aufgestellte Akteure

„Das DFKI steht für den erfolgreichen Transfer von KI zum Wohle des Menschen und zum Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft. Es ist gut zu sehen, dass das Land mit dem DFKI und der Universität Trier zwei gut aufgestellte Akteure hat, die durch ihre Zusammenarbeit zum Aufbau neuer Kompetenzen beitragen. Die Außenstelle des DFKI in Trier ist ein wichtiger Baustein in der rheinland-pfälzischen KI-Kompetenzlandkarte und Wissenschaftslandschaft", so Wissenschaftsminister Clemens Hoch.

Zu Beginn seines Besuches besiegelten Minister Clemens Hoch (links) und Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Jäckel die Übertragung des Berufungsrechts.
Zu Beginn seines Besuches besiegelten Minister Clemens Hoch (links) und Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Jäckel die Übertragung des Berufungsrechts.