Nachhaltigkeit an der Universität Trier

Im August 2018 wurde der Universität Trier als erster Hochschule in Rheinland-Pfalz das Label „Fairtrade-University" verliehen. Die Auszeichnung hat die Universität motiviert, ihre lange zuvor angestoßene Auseinandersetzung mit Fragen der Nachhaltigkeit zu intensivieren und eine Steuerungsgruppe einzurichten. Die folgende Übersicht zeigt Initiativen und Einrichtungen der Universität Trier und ihre Beiträge zu Nachhaltigkeit.

Einrichtungen und Initiativen

AStA-Referat für Nachhaltigkeit

Das Nachhaltigkeits-Referat des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) gestaltet ein vielfältiges Programm zu Nachhaltigkeit. Dazu gehören regelmäßige vegane Brunchs und in Kooperation mit dem cineasta (Uni-Kino) thematische Filmabende. Das Referat betreibt den AStA-Kleingarten sowie den Fairteiler und arbeitet sowohl mit universitären als auch mit regionalen Einrichtungen zusammen.
www.asta-trier.de/referate/nachhaltigkeit/

Bee.Ed – das Bienenprojekt

Im bundesweit einmaligen Bienenprojekt Bee.Ed sind Honigbienen didaktische Vermittlungsagenten für Bildungsziele nachhaltiger Entwicklung. Seit 2012 weckt das Modellprojekt Interesse an dem „Superorganismus“ Biene, macht auf dessen Bedrohung aufmerksam und lädt ein, sich aktiv mit den Themen Ökologie, Natur- und Artenschutz sowie Umweltbildung auseinanderzusetzen.
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Fair-Trade-University

Im August 2018 wurde der Universität Trier vom TransFair e.V. Köln die Auszeichnung „Fair-Trade-University“ verliehen. Ziel ist es, den fairen Handel in den verschiedenen Bereichen des Campuslebens weiter zu integrieren und zu fördern.

Lokale Agenda 21 und Aktionsplan Entwicklungspolitik

Die Universität ist Mitglied in dem Verein Lokale Agenda 21, der sich seit 1999 für eine nachhaltige Entwicklung in der Region einsetzt, gemeinsam mit der Stadtverwaltung Trier, gesellschaftlichen Gruppierungen, Vereinen, Bildungseinrichtungen, Privatpersonen sowie mit Akteuren aus der Wirtschaft. Die Universität ist auch Partner des "Trierer Aktionsplans Entwicklungspolitik", der auf Initiative des Vereins und des Stadtrates erstellt wurde.

Studierendenwerk

Das Studierendenwerk Trier hat zahlreiche Einzelmaßnahmen zur Steigerung von Nachhaltigkeit entwickelt. Dazu gehört das Engagement rund um das Semesterticket zur Attraktivitätssteigerung des ökologisch wirksamen ÖPNV-Angebots. Bei der Neubeschaffung von Umzugswagen wurde auf deren besondere ökologische Qualität Wert gelegt. Zudem erzeugt das Studierendenwerk, wo immer wirtschaftlich möglich, emissionsfrei Strom bzw. Wärme für die Wohnanlagen.
www.semesterticket-trier.de

Mit der neuen Studierenden-Wohnanlage „Enercase“ sind 84 energieeffiziente und nachhaltige Appartements in modularer Holz-Hybrid Bauweise entstanden. Der NABU-Naturschutzbund Rheinland-Pfalz hat dem Studierendenwerk für die Enercase-Fassadenquartiere das landesweite Gütesiegel „Fledermäuse Willkommen!“ verliehen.

Bei der Tagesexkursion „To-the-roots-Tour“ besucht das Studierendenwerk mit interessierten Studierenden regionale Mensa-Lieferanten, um über Themen regionaler und nachhaltiger Produktion zu diskutieren.
www.to-the-roots.info

Ein vegetarisches Angebot ist seit vielen Jahren fester Bestandteil des Mensa-Speiseplans. Die Implementierung einer veganen Linie war die Fortführung der Bemühungen um ein möglichst nachhaltiges Angebot.

Uni-Shop

Der Hauptlieferant der im Uni-Shop angebotenen Textilien schenkt der Nachhaltigkeit seit vielen Jahren besondere Beachtung und arbeitet ausschließlich mit Herstellern zusammen, die bezüglich Umwelt- und Sozialaspekten zertifiziert sind. Weitere Lieferanten bekennen sich zu verantwortungsvollem Handel und achten bei Werkstoffauswahl und Produktionsprozessen auf Schadstoff-Freiheit, Verwendung von Recyclingmaterial, biologische Abbaubarkeit und Abfallvermeidung. Sie verpflichten sich selbst und ihre Zulieferer, Verantwortung für Menschen und Umwelt zu übernehmen.
www.unishop.uni-trier.de

Forschung

Diverfarming

Ein Hauptziel von Diverfarming (Leitung: Prof. Dr. Sören Thiele-Bruhn) ist die Entwicklung und Erprobung diversifizierter Anbausysteme für konventionelle und organische Systeme. So sollen die Flächenproduktivität und die Qualität von Pflanzen gesteigert sowie der Einsatz von Maschinen, Düngemitteln, Pestiziden, Energie und Wasser reduziert werden.

www.diverfarming.eu/index.php/de/

Initiative Bodenqualität

Der ehrenamtliche Zusammenschluss von Unternehmern – vornehmlich Landwirte und Verarbeiter – sowie von Wissenschaftlern (Leitung: Prof. Dr. Christoph Emmerling) setzt sich zum Ziel, die Qualität landwirtschaftlich genutzter Böden langfristig zu erhalten und zu verbessern.

www.trierer-bodenqualitaetstest.de

Klimawandel findet Stadt

Die Projektpartner, darunter die Arbeitsgruppe Geographie und ihre Didaktik, entwickelten Lernmodule mit unterschiedlicher regionaler, inhaltlicher und methodisch-didaktischer Schwerpunktsetzung. In Trier wurde das Thema „Stadtklima und Stadtplanung“ ausgearbeitet.

www.klimawandel-findet-stadt.de

Makswell

Die Erweiterung und Harmonisierung von Indikatoren zu einer über das Bruttoinlandsprodukt hinausgehenden Wohlstandsmessung im europäischen Kontext ist das Hauptanliegen dieses Projekts. Zu den acht Konsortialpartnern gehört die Professur für Wirtschafts- und Sozialstatistik von Prof. Dr. Ralf Münnich.

www.makswell.eu und www.uni-trier.de/index.php?id=69782

 

MOSAiC-Expedition

Das von Prof. Dr. Günther Heinemann geleitete Fach Umweltmeteorologie beteiligt sich an der größten Polarexpedition aller Zeiten. Dr. Andreas Preußer nimmt vor Ort Wind- und Turbulenzmessungen vor. Der wissenschaftliche Fokus richtet sich auf Austauschprozesse zwischen Meereis, Ozean und Atmosphäre.

www.mosaic-expedition.org

PANtHEOn

Das Projekt PANtHEOn unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Udelhoven erforscht, wie sich Haselnuss-Plantagen mit Hilfe von unbemannten Fahrzeugen automatisiert bewirtschaften lassen. Durch Systeme zur Entscheidungsunterstützung können die Produktivität gesteigert und der Einsatz von Pestiziden und Chemikalien minimiert werden.

Smart Light Hub

Dieses Projekt (Leitung: Dr. Christel Egner-Duppich) sucht neue Strategien zur Verringerung negativer Auswirkungen von Licht auf die Umwelt. Die Projektziele bestehen aus der Verwirklichung intelligenter Beleuchtungssysteme bis zur Markteinführung von Prototypen.

Traubentrester als Rohstoffquelle

Das Kooperationsprojekt von Hochschule Trier und Universität Trier (Leitung: Prof. Dr. Brunhilde Blömeke) erforscht Möglichkeiten, Traubentrester als Rohstoffquelle zu nutzen, beispielsweise für Produkte wie Lichtschutzmittel oder Lebensmittel.

WaterPower

In dem Projekt (Leitung: Prof. Dr. Antje Bruns) wurden Wechselbeziehungen zwischen sozio-politischen Faktoren und dem Umweltzustand am Beispiel von Water Security in Accra, der Hauptstadt Ghanas, erforscht. Kern war die Analyse des Zusammenhangs von Umweltwandel und Governance.

www.waterpower.science

Zentrum für Biodiversität

Zum Schutz wirbelloser Tierarten soll ein Zentrum aufgebaut werden, um deren Biodiversität und ihre Gefährdung zu erforschen sowie Maßnahmen gegen den Rückgang zu entwickeln und umzusetzen. Das Team (Leitung: Prof. Dr. Axel Hochkirch) will auch Lobby-Arbeit für die Notwendigkeit der Einrichtung betreiben.

Gebäudemanagement, Energie, Mobilität und Materialwirtschaft

Abfallwirtschaft

Im Rahmen der Abfallwirtschaft setzt sich die Universität für eine umweltgerechte Entsorgung und Wiederzuführung von verwertbaren Materialien in den Kreislauf ein, beispielsweise bei Metallen, EDV-Schrott, Papier, Verpackungsmüll.

Beschaffung

Die Zentrale Beschaffungsabteilung berücksichtigt, wo immer möglich, ökologische Faktoren beispielsweise bei der Auswahl von Büromaterial, Papier, Reinigungsmitteln und EDV-Hardware.

Elektromobilität

Die Universität will mehr Fahrzeuge mit E-Antrieb in ihren Fuhrpark integrieren. Dazu wurde eine Ladesäule installiert. Es wird geprüft, welche Fahrzeuge sukzessive durch Modelle mit E-Antrieb ersetzt werden können.

Energie

Die Universität Trier erzeugt eigenen Strom in zwei Photovoltaikanlagen sowie einem Blockheizkraftwerk. 

Gebäude- und Flächenmanagement

Die sukzessive Sanierung von Außenfassaden inklusive Wärmedämmung und Austausch von Fenstern trägt zur Reduzierung des Energieverbrauchs ebenso bei wie die Integration eines Energiemanagements. Die Universität unterhält große Park- und Grünflächen mit einer Teichanlage und Bäumen zur Erholung für Studierende, Mitarbeitende und Gäste, aber auch als Raum für Biodiversität und als Naturflächen. Unter der Regie des AStA wurde eine Streuobstwiese und auf Initiative einer Hochschulgruppe ein Hochbeet angelegt.

Lehre

Bachelor- und Masterausbildung im Fachbereich Raum- und Umweltwissenschaften

Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Bachelor- und Masterausbildung des Fachbereichs Raum- und Umweltwissenschaften und vor allem in die Lehramtsausbildung für die Fächer Geographie und Biologie eingebunden. Prof. Dr. Leif Olav Mönter befasst sich in geographiedidaktischen Lehrveranstaltungen mit den Themenbereichen Fair Trade und Nachhaltigkeit.

www.uni-trier.de/index.php?id=61987

Lehr-Projekte: „WissenSchafftZukunft“

Seit 2016 werden in Kooperation mit Trierer Schulen WissenSchafftZukunft-Projekte der Fachdidaktik durchgeführt. Dazu gehören zum Beispiel: „Ernährung 4.0. Interdisziplinär dem Essen auf der Spur“; „Getunte Tortilla-Chips: Chancen und Risiken grüner Gentechnik fächerübergreifend erforschen“; „Die Bestäuberleistung der Honigbiene (Apis mellifera) und ihr Beitrag zur Welternährung“ sowie „Ernährung 2.0 – Globale Ernährung im Zeitalter der Gentechnik biologisch und geographisch erforschen“.

Projekt: TRIGITALpro

Nachhaltigkeit wird in diesem Projekt zur „digitalisierungsbezogenen Professionalisierung in der Lehrerbildung“ insbesondere in dem Modul „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) thematisiert. Studierende werden mit dem Leitbild nachhaltiger Entwicklung vertraut gemacht und in die Lage versetzt, mit entsprechenden Konzepten zu arbeiten und den Beitrag ihres Faches zu BNE zu reflektieren.