Überblick über EU-Förderprogramm


HORIZON EUROPE (2021-2027)

Das neue Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission startet voraussichtlich am 01. Januar 2021 und wird das aktuell noch laufende HORIZON 2020 ablösen. Es wird wahrscheinlich eines der größten Förderprogramme für Forschung und Innovation weltweit sein, mit einem geplanten Fördervolumen von derzeit ca. 95 Mrd. EUR. Die Inhalte orientieren sich an wichtigen gesellschaftlichen Fragestellungen wie zum Beispiel Gesundheit, Umwelt und Verkehr. Ein zentrales Ziel ist es, Exzellenz in der europäischen Wissenschaft zu fördern.

Den aktuellen Stand der Planungen können Sie auf der Internetseite der Europäischen Kommission verfolgen. 

Struktur von HORIZON EUROPE

  • Pfeiler I: Wissenschaftsexzellenz
    In diesem Pfeiler befinden sich Programmlinien zur themenoffenen (Individual-) Förderung, wie der Europäische Forschungsrat (ERC), die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) und Forschungsinfrastrukturen.
     
  • Pfeiler II: Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas
    Pfeiler II umfasst sechs Cluster:
    1. Gesundheit;
    2. Kultur, Kreativität und inklusive Gesellschaft;
    3. Zivile Sicherheit für die Gesellschaft;
    4. Digitalisierung, Industrie und Weltraum;
    5. Klima, Energie und Mobilität;
    6. Lebensmittel, Bioökonomie, natürliche Ressourcen, Landwirtschaft und Umwelt.

      Das neuartige Format der Missionen wird übergreifend entlang von fünf Missionsbereichen umgesetzt. Diese sollen klar definierte, ehrgeizige, aber erreichbare Ziele ansteuern, die die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen in Europa durch interdisziplinäre Innovationen lösen:
      - Anpassung an den Klimawandel, inklusive gesellschaftlicher Veränderungen,
      - Krebs,
      - Gesunde Ozeane, Meere, Küsten- und Binnengewässer,
      - Klimaneutrale und intelligente Städte,
      - Bodengesundheit und Ernährung.
      Ebenfalls im Pfeiler II ist die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC) angesiedelt.
  • Pfeiler III: Innovatives Europa
    Die Instrumente mit Schwerpunkt Innovation und Marktaufnahme sind im dritten Pfeiler verortet. Dies sind der Europäische Innovationsrat (EIC), die "Europäischen Innovationsökosysteme" sowie das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT)
     
  • Erhöhung der Beteiligung und Stärkung des Europäischen Forschungsraumes
    Dieser Programmteil umfasst Maßnahmen, die darauf abzielen, die Beteiligung von bisher weniger forschungs- und innovationsstarken Mitgliedstaaten zu steigern und die europäischen Forschungs- und Innovationssysteme insgesamt zu verbessern .

HORIZON 2020

Horizon 2020 stellt weltweit das finanzstärkste Förderrahmenprogramm für Forschung und Innovation dar. Es hat eine Laufzeit von sieben Jahren (2014-2020) und ist mit einem Etat von 75 Mrd. EUR ausgestattet. Das Programm bietet vielfältige Fördermöglichkeiten für wissenschaftliche Forschungsprojekte - für einzelne Forschende, für kleine und größere Verbünde, für Grundlagenfragen und anwendungsnahe Vorhaben, in allen Themenbereichen. Die Hauptpfeiler von HORIZON 2020 sind die drei Säulen "Excellent Science", "Industrial Leadership" und "Societal Challenges". Hinzukommen kleinere Programmbereiche, wie z. B. "Science with and for Society".

Struktur von HORIZON 2020

Sämtliche Informationen und aktuelle Ausschreibungen finden Sie im Funding & tender opportunities Portal der Europäischen Kommission.


Interreg

Das Programm fördert grenzübergreifende Maßnahmen der Zusammenarbeit wie Infrastrukturvorhaben, die Zusammenarbeit öffentlicher Versorgungsunternehmen, gemeinsame Aktionen von Unternehmen oder Kooperationen im Bereich des Umweltschutzes, der Bildung, der Raumplanung oder Kultur und hilft die Nachteile geographischer und auch linguistischer Barrieren und Entwicklungshemmnisse zu reduzieren.

Die Initiative Interreg V (2014-2010) verfügt in Summe über ein EU-weites Gesamtbudget von 10,1 Milliarden Euro und besitzt drei Ausrichtungen:

  • Ausrichtung A ist die grenzübergreifende Zusammenarbeit. Hierin wird Weiterentwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Zusammenarbeit in benachbarten Grenzregionen vorangetrieben.
  • Ausrichtung B die transnationale Zusammenarbeit. Die Zusammenarbeit zwischen nationalen, regionalen und kommunalen Partnern in transnationalen Kooperationsräumen soll die territoriale Integration dieser Räume erhöhen.
  • Ausrichtung C die interregionale Zusammenarbeit. Kooperationsnetze und Erfahrungsaustausch sollen die Wirksamkeit bestehender Instrumente für Regionalentwicklung und Kohäsion verbessern.

Eine Übersicht über das komplette Interreg Programm finden Sie auf den Internetseiten der EU.


Erasmus+

Erasmus+ ist das Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. Das auf sieben Jahre (2014-2020) ausgelegte Programm hat ein Budget von 14,8 Mrd. Euro und soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung voranbringen.

Eine wichtige Komponente in der Internationalisierung von Hochschulen ist der Aufbau und die Umsetzung gemeinsamer strategischer Partnerschaften und Kooperationsprojekte. Erasmus+ bietet hierfür verschiedene Instrumente und Programmlinien an, mit denen Partnerschaften und Kooperationsprojekte gefördert werden können.

Link zum kompletten Erasmus+ Programm.


ESF (Europäischer Sozialfonds)

Der Eu­ro­päi­sche So­zi­al­fonds (ESF) ist das wich­tigs­te In­stru­ment der Eu­ro­päi­schen Uni­on zur För­de­rung der Be­schäf­ti­gung in Eu­ro­pa. Er ver­bes­sert den Zu­gang zu bes­se­ren Ar­beitsplät­zen, bie­tet Qua­li­fi­zie­rung und un­ter­stützt die so­zia­le In­te­gra­ti­on.

Seit über 60 Jahren verbessert der ESF die Beschäftigungschancen der Menschen in Deutschland und in Europa:

  • Er fördert eine bessere Bildung,
  • Er unterstützt durch Ausbildung und Qualifizierung und
  • Er trägt zum Abbau von Benachteiligungen am Arbeitsmarkt bei

Weitere hilfreiche Informationen finden sie auf der Homepage des deutschen ESF Portals.


EFRE (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung)

Ziel des EFRE ist die wirtschaftlichen und sozialen Differenzen in der Europäischen Union zu verringern. Ungleichheiten zwischen den einzelnen Regionen sollen abgebaut werden. Der EFRE finanziert:

  • direkte Hilfen bei Investitionen von Unternehmen (besonders kleiner und mittlerer Unternehmen) zur Schaffung von dauerhafter Beschäftigung
  • Infrastrukturausgaben, insbesondere im Zusammenhang mit Forschung und Innovation, Telekommunikation, Umwelt, Energie und Transport
  • Beihilfen für die regionale und lokale Entwicklung und zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Städten und Regionen
  • technische Hilfsmaßnahmen.

Details zum Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung finden Sie auf dem rheinland-pfälzischen Portal.