Informationen zum Prüfungsrücktritt

Ist ein Kandidat zu einer Prüfung zugelassen worden, besteht für ihn die Verpflichtung, an der Prüfung teilzunehmen. Es können jedoch nach der Zulassung Gründe vorliegen, die den Kandidaten in seiner Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Dabei ist es unter Umständen möglich, von einem Prüfungsrücktritt Gebrauch zu machen. Unter einem Prüfungsrücktritt ist ein Antrag auf Genehmigung einer rückwirkenden Lösung des durch die Zulassung entstandenen Prüfungsrechtsverhältnisses zu verstehen mit der Folge, daß die Prüfung nicht absolviert werden muß bzw. als nicht unternommen gilt.

Ein Prüfling kann von einer Prüfung zurücktreten, wenn

  • ein wichtiger Grund vorliegt und
  • die Prüfungsbehörde unverzüglich unterrichtet wird.

Ein wichtiger Grund für einen Prüfungsrücktritt ist dann anzunehmen, wenn dem Prüfling unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und nach Abwägung der widerstreiteten öffentlichen und privaten Interessen die Prüfungsteilnahme nicht zumutbar ist. Dieser Grund muß hinreichend gewichtig sein und muß entsprechend nachgewiesen werden. Als einer der wichtigsten Gründe ist in der Regel der krankheitsbedingte Prüfungsrücktritt. Es genügt für die Annahme einer solchen Prüfungsunfähigkeit jedoch nicht jede körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit des Prüflings. Erforderlich ist vielmehr, daß der Kandidat einer erheblichen Beeinträchtigung seines Leistungsvermögens ausgesetzt ist, so daß das Prüfungsergebnis kein zutreffendes Bild seiner Leistungsfähigkeit widergeben würde. Die Prüfungsbehörden stehen vor dem Problem eine gesundheitliche Beeinträchtigung auf ihre Erheblichkeit zu beurteilen. Es gilt eine Entscheidung darüber zu treffen, ob es sich bei einer gesundheitlichen Beeinträchtigung um eine unerhebliche Befindlichkeitsstörung oder um eine den Rücktritt rechtfertigende Krankheit handelt. Die Prüfungsbehörde muß also einen aussagefähigen Eindruck gewinnen, der sie zu der Entscheidung befähigt, ob Prüfungsunfähigkeit vorliegt und ggf. in welcher Weise sie dem ihr vorgetragenen Sachverhalt durch eigene Ermittlungen nachgehen soll.

Es gilt daher für die Vorlage von ärztlichen Attesten folgende Regelung:

Die Prüfungsunfähigkeit kann nur dann anerkannt werden, wenn diese spätestens am Prüfungstag festgestellt worden ist.
Bei einer erstmalig vorgetragenen Prüfungsunfähigkeit reicht es aus, ein einfaches ärztliches Attest ohne weitere Angaben, welches lediglich die Prüfungsungähigkeit aus ärztlicher Sicht bescheinigt, beim Hochschulprüfungsamt vorzulegen.
Ab dem Wiederholungsfalle werden nur ärztliche Atteste akzeptiert, die folgende Angaben enthalten:

  • den Krankheitszeitraum
  • die Termine der ärztlichen Behandlung
  • Art und Umfang der Erkrankung
  • die Auswirkungen der Erkrankung auf die Prüfung.

Da der Prüfling für die von ihm vorgetragenen Gründe die materielle Beweislast trägt, muß er den ihn behandelnden Arzt von der Schweigepflicht befreien. Der behandelnde Arzt selbst kann sich nicht auf eine ihm evtl. zustehende eigene Schweigepflicht berufen. Sowohl der Landesdatenschutzbeauftragte für Rheinland-Pfalz in Bezug auf den personenbezogenen Datenschutz wie auch die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz in Bezug auf die Schweigepflicht des Arztes haben die von der Universität Trier geforderten Anforderungen an den Nachweis der Prüfungsunfähigkeit wegen Krankheit bestätigt.