Recycling und Kreislaufwirtschaft interessant für Unternehmen machen

Die Universität Trier ist an einem neuen Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft beteiligt, das unter anderem von der EU mit mehr als 6,5 Millionen Euro gefördert wird.

Der Bergbau und die Stahlindustrie haben Lothringen, Luxemburg, Rheinland-Pfalz, das Saarland und die Wallonie über Jahrhunderte geprägt. Nun bauen Hochschulen aus eben diesen Regionen ein Kompetenzzentrum für den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft für Materialien und Metalle auf. Auch Wirtschaftswissenschaftler der Universität Trier bringen ihre Expertise in das Vorhaben ein, das unter dem Dach des Verbundes Universität der Großregion (UniGR) koordiniert wird. Das ehrgeizige Ziel: Durch die Nutzung grenzüberschreitender Synergien will die Großregion im Bereich der Ressourcen- und Abfallwirtschaft zu einer Vorreiterregion im Herzen Europas werden.

Ein Team der Volks- und Betriebswirtschaftslehre der Universität Trier wird sich im Rahmen des Projekts mit der Leitfrage beschäftigen, unter welchen Voraussetzungen Recycling wirtschaftlich sinnvoll sein kann. „In manchen Branchen – beispielsweise in der chemischen Industrie – erfordert es einen großen Finanzaufwand, neue und für die Kreislaufwirtschaft sinnvolle Technologien einzuführen. Stattdessen warten die Unternehmen auf die übernächste, noch bessere Technologie“, umreißt Georg Müller-Fürstenberger, Professor für Kommunal- und Umweltökonomie an der Universität Trier, eines der Probleme. Er und seine Mitarbeitenden wollen eben solche Hürden und Probleme in der Kreislaufwirtschaft untersuchen und aufzeigen, welche Rahmenbedingungen sich ändern müssen, damit Recycling in der Großregion nachhaltig gefördert werden kann.

Landkarte der Technologien

Eine Art Landkarte der Technologien in der Kreislaufwirtschaft wollen Forschende der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Trier im Rahmen des Projekts erstellen: Wo in der Welt gibt es innovative Technologien und Vorreiter in den jeweiligen Branchen? „Uns geht es im ersten Schritt darum, technologische Innovatoren und Best Practice Beispiele der Kreislaufwirtschaft zu identifizieren. Durch die Analyse der Geschäftsmodelle erhoffen wir uns dann, Schlussfolgerungen für andere Unternehmen und anderen Branchen ziehen zu können“, sagt Jörn Block, Professor für Unternehmensführung. So sollen Ansatzpunkte gefunden werden, die Weiterverwendung von Materialien interessant für Unternehmen zu machen. Als assoziierte Partner sind auch Unternehmen in Belgien, Deutschland, Frankreich und Luxemburg Teil des Kompetenzzentrums UniGR-CIRKLA.

Die Forschung zu nachhaltigen Investitionen, Umweltinnovationen und Dekarbonisierungsstrategien von Unternehmen gehört zu den Schwerpunkten der Wirtschaftswissenschaften der Universität Trier. Sie soll zukünftig noch weiter ausgebaut werden.

Kontakt

Prof. Dr. Georg Müller-Fürstenberger (VWL)
Mail: gmfuni-trierde
Tel. +49 651 201-2666

Prof. Dr. Jörn Block (BWL)
Mail: blockuni-trierde 
Tel. +49 651 201-3030