Montagsvorträge aus Forschung und Lehre

Herzlich willkommen zu unserer Vortragsreihe!

Unsere Veranstaltungen stehen allen offen – Studierenden aller Fachbereiche, interessierten Gasthörenden sowie all jenen, die Freude am Entdecken und Lernen haben. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.

Im Mittelpunkt dieses offenen Angebots des 'Campus der Generationen' stehen Wissenschaftler*innen der Universität Trier. Sie präsentieren in ihren Vorträgen aktuelle Themen aus ihren Fachgebieten. Diese Vortragsreihe bietet eine einzigartige Gelegenheit, Einblicke in die Forschungsinhalte, Fragestellungen, Methoden und Ergebnisse der vielfältigen wissenschaftlichen Disziplinen der Universität zu gewinnen.

Einzelne Vorträge der Reihe werden mit Einwilligung der Referierenden als Videoaufzeichnung bereitgestellt und stehen im Anschluss für die Dauer eines Semesters zur Verfügung. Zu den Aufzeichnungen  (verfügbar in der Regel innerhalb einer Woche nach dem Vortrag)

Abschlussvortrag: 

22.06.2026
Schreiben, Überarbeiten, Verändern:
Revision als therapeutische Praxis in der Smartphone-gestützten Gruppenpsychotherapie

Digital Humanities | Digitale Lexikografie
Prof. Dr. Susanne Kabatnik

Termine als iCal (ics) exportieren  -  Termin mit Videoaufzeichnung

In der Psychotherapie werden Smartphones im Allgemeinen als störend empfunden, jedoch nicht in der Smartphone-gestützten Gruppenpsychotherapie, einem Therapieformat zur Behandlung chronischer Depressionen, das an der LMU München entwickelt wurde. Hier sind Smartphones ein wesentlicher Bestandteil der Sitzungen und ausdrücklich erwünscht. Menschen mit Depressionen zeigen neben ihrer depressiven Symptomatik oft Schwierigkeiten in der zwischenmenschlichen Kommunikation, was zu Konflikten führen kann (Schramm et al. 2011). In jeder Sitzung wird ein Problem oder Konflikt einer*s Patienten*in thematisiert, der über E-Mail oder Messenger entstanden ist. Die Gruppe formuliert anschließend gemeinsam eine Nachricht an die betroffene Person (Grosse-Wentrup et al. 2020).
Die Gespräche in der Therapie folgen einer spezifischen Struktur, die verschiedene aufeinanderfolgende Phasen umfasst, wie die Beschreibung des Konflikts, das Aufstellen von Wünschen und Zielen sowie das Verfassen der Nachricht. Durch einen iterativen Prozess von Formulierungsvorschlägen, deren Annahme bzw. Ablehnung, Korrektur, Positionierung und Begründung entstehen sukzessive Nachrichten, die schriftlich festgehalten werden. Die Gruppe arbeitet so gemeinsam an der Formulierung eines Textes, der hinsichtlich Verständlichkeit, Angemessenheit gegenüber den beteiligten Personen aus der Konfliktkommunikation sowie des Alignments, also der Übereinstimmung mit den Wünschen und Zielen der Patient*innen, überarbeitet wird (Kabatnik 2024). 
Durch den kollaborativen Schreibprozess in der Smartphone-gestützten Gruppenpsychotherapie und die iterative Revisionsarbeit wird nicht nur am Text gearbeitet, sondern auch das schriftliche Kommunikationsverhalten der Patient*innen verbessert. Dieser Prozess ermöglicht es den Patient*innen, angemessen(er) zu kommunizieren und ihre eigenen Bedürfnisse auszudrücken, wodurch an Emotionen, Beziehungen und Konflikten gearbeitet werden kann (Peräkylä 2019). Die Untersuchung basiert auf 14 transkribierten Sitzungen (GAT2) der Smartphone-gestützten Gruppenpsychotherapie. Methodisch orientiert sich die Studie an den Ansätzen der interaktionalen Linguistik (Imo/Lanwer 2019) und konzentriert sich auf die Analyse der Formulierungsphase, insbesondere auf die kollaborative Erarbeitung und Revision von Textentwürfen in einem institutionellen Gruppenkontext.


Programm: Wintersemester 2026/27

Flyer Montagsvorträge als PDF zum Download

⇒ Bitte prüfen Sie vor Ihrer Anreise die aktuellen Termine auf unserer Webseite!

Fortsetzung der Reihe Montagsvorträge aus Forschung und Lehre ab Montag, 26. Oktober 2026.
Zeit: 14:15 - 15:45 Uhr
Ort: Universität Trier, Campus I, Gebäude B | HS 1


Vorschau auf das Programm

Montagsvorträge aus Forschung und Lehre WiSe 2026/27

26.10.2026 | Anglistik 
Zwischen Atlantik, Mittelmeer und Indischem Ozean: Hydro-Poetiken in zeitgenössischer Afro-Diasporischer Literatur
Prof. Dr. Jennifer Leetsch

Der Vortrag untersucht, wie zeitgenössische afro-diasporische Literatur Ozeane als gewaltvolle und zugleich verbindende Räume neu entwirft. Im Zentrum steht die Hydro-Poetik der britisch-somalischen Schriftstellerin Warsan Shire, die Atlantik, Mittelmeer und Indischen Ozean als Schauplätze von Flucht, kolonialen Nachwirkungen und widerständiger Selbstbehauptung verhandelt. Shires Gedichte machen den Ozean zu einem affektiven Raum, in dem sich traumatische Geschichte und prekäre Gegenwart überschneiden – und in dem migrantische Subjektivität trotz tödlicher Grenzregime poetisch eigensinnig und solidarisch vernetzt bleibt.

02.11.2026 | Philosophie
Gerechte Flüchtlingspolitik? Ethische Perspektiven auf aktuelle Debatten
Prof. Dr. Matthias Hoesch

Lassen sich aus Konzepten der philosophischen Ethik Schlussfolgerungen für gegenwärtige Fragen der Flüchtlingspolitik ziehen? Der Vortrag erörtert an aktuellen Beispielen wie etwa der jüngsten Reform des europäischen Asylsystems oder der aktuellen deutschen Integrationspolitik, welche Fragen derzeit in der Ethik kontrovers diskutiert werden, und schlägt dabei Argumente vor, die eine gerechte Flüchtlingspolitik skizzieren können.

 

09.11.2026 | Geschichte der Frühen Neuzeit
Was braucht man für einen politischen Systemumsturz? Neue Erkenntnisse zu den Ursprüngen und Anfängen der Französischen Revolution
Prof. Dr. Damien Tricoire

Wie kann eine revolutionäre Bewegung erfolgreich sein? Die klassischen Darstellungen von der Französischen Revolution von 1789 liefern ein stark romantisiertes und allzu simples Bild: Der Dritte Stand (die Bourgeoisie) ruft zur Revolution auf und das Volk nimmt die Bastille ein und stürzt ein jahrhundertealtes Regime. Dass Revolutionen aber ohne Involvierung von einflussreichen Teilen der Eliten nicht zustande kommen – wie der Iran jüngst gezeigt hat – ist in den Sozialwissenschaften längst bekannt. Im Vortrag wird es darum gehen, die revolutionäre Politik von Mitgliedern des französischen Hofs und ihre Interessen in den Blick zu nehmen und zu untersuchen, wie sie Revolutionäre des Dritten Stands protegierten. Wir werden somit sehen, wie es zur Einnahme der Bastille kam oder wie die französische Trikolore entstand.

 

16.11.2026 | Sinologie
Goethe und China: Fluchtort des Geistes – oder Möglichkeiten einer dichterischen Begegnung
Prof. Dr. Karl-Heinz Pohl (i.R.)

Goethes Einstellung zu und Beschäftigung mit China hat verschiedene Phasen durchlaufen: In seiner Jugendzeit noch ganz vom „Sturm und Drang“ geprägt, rebellierte er zunächst, wie auch Herder, gegen den Stil des Rokokos, der in der „China-Mode“ (Chinoiserie) der damaligen Zeit gipfelte. Jahrzehnte später (1813) beginnt Goethe sich wieder, und gleichsam wissenschaftlich, mit China zu beschäftigen, liest viel über das Land und versucht sogar, etwas von der chinesischen Schrift und Sprache zu ergründen. Er habe sich dieses Land, so schreibt er kurz vor der Völkerschlacht zu Leipzig, aufgehoben, um sich in Zeiten der Not dahin zu flüchten – China als geistiger Fluchtort, sozusagen. Zehn Jahre später wiederum (1824-27) trägt die Beschäftigung mit China auch literarische Früchte, und zwar in seinem späten Gedichtzyklus „Chinesisch-deutsche Jahres- und Tageszeiten“ sowie in der Ausformulierung seiner Vorstellungen von einer Weltliteratur, wobei er sich zu einer erstaunlichen Höhe gegenseitiger interkultureller Wahrnehmung emporschwingt. Diese Höhe wird auch sichtbar in der Bekanntschaft mit der Literatur/Dichtung des nahen Orients (Hafiz, 14. Jh.). Daraus entstand eins seiner größten Werke: der "West-östliche Divan". Man kann deshalb nur bedauern, dass Goethe, aufgrund damals noch fehlender Übersetzungen, nie die große Dichtung Chinas kennenlernen konnte. Was wäre geschehen, wenn Goethe auch die Gelegenheit gehabt hätte, die großen Dichter der Tang-Zeit, Du Fu oder Li Bai (8. Jh.), in Übersetzung zu lesen?

 

23.11.2026 | Soziologie
„Und wie es klingt!“ – Don DeLillo zum 90. Geburtstag
Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Jäckel (ehem. Präsident der Universität Trier)

Von den ersten Erzählungen und Romanen bis in die Gegenwart ringt die Bewunderung des Werks des US-amerikanischen Schriftstellers Don DeLillo mit Variationen einer Vorstellung, die in der Literatur ein großes Glück sieht. Dabei ist das Spektrum der Beobachtungen, die uns die Einfalt und Vielfalt des Lebens so unnachahmlich vor Augen führen, selbst ein Lebenswerk für sich. Auf der Suche nach etwas, das ausgelassen wird, muss am Ende Fehlanzeige eingestanden werden.

Klarheit, Schönheit, Schärfe, Aufruhr – verstörend, poetisch, spannend, intelligent – und immer wieder Superlative, deren Gebrauch aus Mangel an Alternativen ständig wiederholt wird. „Und wie es klingt!“ – so gab ein Redakteur eines deutschen Feuilletons seiner Bewunderung Ausdruck. Sie galt spezifisch dem Roman „Unterwelt“, der die großen und kleinen Dinge des Alltags, die großen und kleinen Figuren eines Landes – im Falle DeLillos der USA – schonungslos vorführt, entlarvt, in einer Feinheit, die uns selbst zu Beobachtern einer „verrückten“ Wirklichkeit macht. Das Wieder- und Weiterlesen dieses „Jahrhundertwerks“ soll zeigen, was uns da geschenkt wurde.

 

30.11.2026 | Psychologie

Die Kartierung menschlicher Moral: Was Big Data und KI über unsere Werte verraten
Prof. Dr. Frederic Hopp

Die Frage, was Moral ist, wurde lange Zeit vor allem in der Philosophie diskutiert und erst seit dem frühen 20. Jahrhundert zunehmend auch empirisch untersucht. Heute ermöglichen uns technologische Entwicklungen wie funktionelle MRTs, soziale Medien, und künstliche Intelligenz neue Einblicke in die neuronale Basis, Kommunikation, und maschinelle Implementierung moralischer Werte. Dieser Vortrag gibt einen Einblick in die Möglichkeiten und Risiken, die “Big Data” und KI sowohl für die Moralpsychologie, als auch für unsere Gesellschaft beinhalten.

 

07.12.2026 | Germanistik
Die Verfassungsfeindlichkeit im AfD-Grundsatzprogramm – eine sprachwissenschaftliche Analyse
Nils Dorenbeck, M.A.

Im Vortrag wird anhand einer sprachwissenschaftlichen Analyse gezeigt, dass die AfD bereits ausweislich ihres Grundsatzprogramms und unabhängig vom Volksbegriff darauf zielt, zentrale Elemente der freiheitlichen demokratischen Grundordnung zu beseitigen. Im Fokus stehen Formulierungsstrategien, implizite Bedeutungen und kalkulierte Schein-Mehrdeutigkeit. Diskutiert wird, warum solche sprachlichen Verfahren in der öffentlichen Debatte oft unterschätzt werden und welche Schlussfolgerungen sich daraus ergeben.

 

11.01.2027 | Psychologie
Zu viel im Kopf. Zu viel fürs Herz?
Stress, Herzgesundheit und die Wirkung von Entspannung
Dr. Tara Partetzke

Was passiert im Körper, wenn Stress dauerhaft anhält – und welche Folgen kann das für unser Herz haben? Kann Entspannung die Herzgesundheit schützen? 
Der Vortrag von Tara Partetzke gibt Einblicke in aktuelle Forschungserkenntnisse zur Herzinsuffizienz und zeigt, wie Entspannung und Autogenes Training auf Körper und Herz wirken können.


18.01.2027 |Gastvortrag
Die Kunst der Kolumne: 400 Wörter – eine Meinung
Dr. Frank P. Meyer

 Wer regelmäßig Kolumnen liest, kennt das Gefühl: Manchmal treffen 400 Wörter ins Schwarze – und manchmal verfehlen sie knapp ihr Ziel. Was macht den Unterschied aus?  Die Kolumne ist eine der kompaktesten und zugleich anspruchsvollsten Formen des literarisch-journalistischen Schreibens: subjektiv, pointiert, regelmäßig erscheinend – in Zeitungen, Zeitschriften oder Online-Magazinen. Der Schriftsteller Frank P. Meyer ist seit vielen Jahren u.a. auch als Kolumnist tätig und stellt anhand von Beispielen die Möglichkeiten und Beschränken sowie Fallstricke und Kreativpotenzial dieser besonderen literarisch-journalistischen Gattungen vor.

 

 

Haben Sie einen interessanten Vortrag verpasst?

Eine Aufzeichnung der von den Dozierenden freigegebenen Vorträge steht Ihnen in der Regel ab Ende der Woche nach dem Vortrag zur Verfügung. Klicken Sie dazu unter der Rubrik "Aufzeichnungen der Vorträge", auf den Link unterhalb des jeweiligen Vortragstitels, um zum Videoportal der Universität Trier (Panopto) weitergeleitet zu werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

 

Möchten Sie sich mit anderen Gästen der Vortragsreihe austauschen?

Die 'Hochschulgruppe der Seniorstudierenden' lädt jeden Montag während der Vorlesungszeit ab 15:45 Uhr (in der Regel im Anschluss an den Montagsvortrag) zum 'Montagstreff' ein.

Bleiben Sie immer auf dem Laufenden!

Newsletter „Campus der Generationen“
Abonnieren Sie den Newsletter, um während der Vorlesungszeit monatlich über aktuelle Veranstaltungen informiert zu werden. Zusätzlich versenden wir kurzfristige Hinweise zu Terminänderungen oder Ausfällen.

Anmeldung: Senden Sie eine E-Mail an campusdergenerationenuni-trierde.

Datenschutz: Mit der Anmeldung willigen Sie in die Verarbeitung Ihrer E-Mail-Adresse zum Versand des Newsletters ein (Rechtsgrundlage: Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Sie können Ihre Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen: Schreiben Sie an campusdergenerationen@uni-trier.de. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung der Universität Trier.

Wenn Sie den Newsletter nicht abonnieren möchten, prüfen Sie bitte vor Ihrem geplanten Besuch eines Montagsvortrags auf dieser Seite die aktuellen Informationen zu Veranstaltungen und möglichen Terminänderungen.

Aufzeichnungen der Vorträge und weitere Informationen aus dem Sommersemester 2026

Die Aufzeichnung der Vorträge ist – sofern von den Vortragenden freigegeben – spätestens eine Woche nach dem Veranstaltungstermin (s.o.) online abrufbar. Die Aufzeichnungen stehen Ihnen bis zum Ende des Sommersemesters, am 30. September 2026, über den jeweiligen Link unterhalb des Vortragstitels zur Ansicht zur Verfügung.

Nerds im Elfenbeinturm? Psychologische Perspektiven auf Wissenschaftsvertrauen

Psychologie | Sozialpsychologie
Prof. Dr. Marlene Altenmüller

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden oft als sehr smarte, aber sozial unbeholfene Genies wahrgenommen - sprichwörtliche "Nerds im Elfenbeinturm". Dieser Vortrag gibt Einblicke, wie solche Vorstellungen von Forschenden als hochkompetent, aber nur mäßig warmherzig, das öffentliche und auch innerwissenschaftliche Vertrauen in Wissenschaft herausfordern. Es werden aktuelle Erkenntnisse diskutiert wie wir solche Stereotype überwinden können, um eine vertrauenswürdigere und kooperativere Wissenschaft zu fördern.

Link zur Aufzeichnung des Vortrags (Video)

Ein Bild sagt mehr als tausend Knoten: Graphenvisualisierung in Theorie und Praxis

Informatikwissenschaften | Algorithmik
Prof. Dr. Philipp Kindermann

Netzwerke und Graphen sind allgegenwärtig im (Informatiker-)Alltag, z.B. bei Straßennetzen, Busfahrplänen oder in sozialen Netzwerken. Der Computer verwaltet sie wie alles andere auch gerne abstrakt und effizient. Menschen brauchen aber eine gute Zeichnung, um etwas damit anfangen zu können. Das Gebiet der Graphenvisualisierung (engl. Graph Drawing) beschäftigt sich genau damit: Wie bringen wir abstrakte Netzwerke durch schöne, lesbare Darstellungen zum Leben? Wir schaffen uns einen Überblick über grundlegende Prinzipien, überlegen uns Kriterien, die gute Zeichnungen haben sollten, und finden heraus, wo Graphenvisualisierung im Informatiker- und Nicht-Informatiker Alltag überall vorkommt.

Link zur Aufzeichnung des Vortrags (Video)


Der Mensch und seine Welt: Naturvorstellungen im antiken Griechenland

Klassische Philologie | Gräzistik
Prof. Dr. Diego De Brasi

Wie haben die Menschen im antiken Griechenland die Natur aufgefasst? Welche Naturelemente empfanden sie als reizvoll, welche als furchterregend? Wie beschrieben sie Landschaften? Haben Sie den gegenseitigen Einfluss von Natur und Kultur ausdrücklich thematisiert und wenn ja, wie? Der Vortrag versucht, anhand ausgewählter Beispiele aus Literatur und Philosophie, Impulse für mögliche Antworten auf diese Fragen zu geben.

Link zur Aufzeichnung des Vortrags (Video)


Der Ton macht die Bedeutung: Prosodie im Alltag und beim Fremdsprachen lernen

Phonetik | Allgemeine und Angewandte Phonetik
Prof. Dr. Katharina Zahner-Ritter

Sprache besteht aus mehr als Wörtern: Ob wir beispielsweise eine Frage stellen oder eine Aussage machen – oder eine Frage gar rhetorisch meinen – , zeigen wir in gesprochener Sprache über Rhythmus und Sprachmelodie an. In diesem interaktiven Vortrag erkunden wir mit kleinen Hör- und Mitmach-Experimenten, wie Prosodie Bedeutung signalisiert. Außerdem geht es darum, warum Prosodie in der Fremdsprache oft schwer zu erlernen ist – und wie gezieltes Training, z. B. über Gesten, beim Lernen helfen kann.

Link zur Aufzeichnung des Vortrags (Video)

 

Wahrheit, Zweifel, Evidenz: Einblicke in die Fake-News-Werkstatt

Vortrag in Kooperation mit dem Zentrum für Lehrkräftebildung
Tellerrand-Gastprofessur: Armin Himmelrath

Die Hälfte der Jugendlichen arbeitet mehrmals pro Woche mit ChatGPT, neun von zehn Teenagern nutzen generell mindestens eine KI-Anwendung: Die aktuellen Daten der JIM-Studie (Jugend - Information - Medien) zeigen, dass Künstliche Intelligenz längst im schulischen Alltag angekommen ist. Im Gefolge der KI und der flächendeckenden Social-Media-Nutzung zirkulieren dabei auch immer häufiger Falschnachrichten: Zwei Drittel der Jugendlichen sagen, dass ihnen innerhalb des letzten Monats Falschnachrichten im Internet begegnet sind. Umso wichtiger, dass Lehrkräfte auf diese Gemengelage vorbereitet sind: Mit ihrer Arbeit in der „Fälscherwerkstatt" im Rahmen der Tellerrand-Gastprofessur an der Universität Trier haben angehende Lehrerinnen und Lehrer ein Fundament für diese Auseinandersetzung gelegt.

Link zur Aufzeichnung des Vortrags (Video)


Schreiben, Überarbeiten, Verändern:
Revision als therapeutische Praxis in der Smartphone-gestützten Gruppenpsychotherapie

Digital Humanities | Digitale Lexikografie
Prof. Dr. Susanne Kabatnik

In der Psychotherapie werden Smartphones im Allgemeinen als störend empfunden, jedoch nicht in der Smartphone-gestützten Gruppenpsychotherapie, einem Therapieformat zur Behandlung chronischer Depressionen, das an der LMU München entwickelt wurde. Hier sind Smartphones ein wesentlicher Bestandteil der Sitzungen und ausdrücklich erwünscht. Menschen mit Depressionen zeigen neben ihrer depressiven Symptomatik oft Schwierigkeiten in der zwischenmenschlichen Kommunikation, was zu Konflikten führen kann (Schramm et al. 2011). In jeder Sitzung wird ein Problem oder Konflikt einer*s Patienten*in thematisiert, der über E-Mail oder Messenger entstanden ist. Die Gruppe formuliert anschließend gemeinsam eine Nachricht an die betroffene Person (Grosse-Wentrup et al. 2020).
Die Gespräche in der Therapie folgen einer spezifischen Struktur, die verschiedene aufeinanderfolgende Phasen umfasst, wie die Beschreibung des Konflikts, das Aufstellen von Wünschen und Zielen sowie das Verfassen der Nachricht. Durch einen iterativen Prozess von Formulierungsvorschlägen, deren Annahme bzw. Ablehnung, Korrektur, Positionierung und Begründung entstehen sukzessive Nachrichten, die schriftlich festgehalten werden. Die Gruppe arbeitet so gemeinsam an der Formulierung eines Textes, der hinsichtlich Verständlichkeit, Angemessenheit gegenüber den beteiligten Personen aus der Konfliktkommunikation sowie des Alignments, also der Übereinstimmung mit den Wünschen und Zielen der Patient*innen, überarbeitet wird (Kabatnik 2024). 
Durch den kollaborativen Schreibprozess in der Smartphone-gestützten Gruppenpsychotherapie und die iterative Revisionsarbeit wird nicht nur am Text gearbeitet, sondern auch das schriftliche Kommunikationsverhalten der Patient*innen verbessert. Dieser Prozess ermöglicht es den Patient*innen, angemessen(er) zu kommunizieren und ihre eigenen Bedürfnisse auszudrücken, wodurch an Emotionen, Beziehungen und Konflikten gearbeitet werden kann (Peräkylä 2019). Die Untersuchung basiert auf 14 transkribierten Sitzungen (GAT2) der Smartphone-gestützten Gruppenpsychotherapie. Methodisch orientiert sich die Studie an den Ansätzen der interaktionalen Linguistik (Imo/Lanwer 2019) und konzentriert sich auf die Analyse der Formulierungsphase, insbesondere auf die kollaborative Erarbeitung und Revision von Textentwürfen in einem institutionellen Gruppenkontext.

Link zur Aufzeichnung des Vortrags (Video) folgt.

Imo, W., & Lanwer, J. P. (2019). Interaktionale Linguistik. Eine Einführung. Stuttgart: Metzler.
Grosse-Wentrup, F., Reinhard, M. A., and Padberg, F. (2020). We Have to Talk About Messaging! Online Communication in Subclinical Depression and Persistent Depressive Disorder. Poster Präsentation. Berlin: DGPPN Kongress (2020).
Kabatnik, S. (2024). “Because he was disgusting”: transforming relations through positioning in messenger-supported group psychotherapy. Frontiers in Psychology, 14, 1-12.
Peräkylä, A. (2019). Conversation analysis and psychotherapy: Identifying transformative sequences. Research on Language and Social Interaction, 52(3), 257-280.
Schramm, E., Zobel, I., Dykierek, P., Kech, S., Brakemeier, E. L., Külz, A., et al. (2011). Cognitive behavioral analysis system of psychotherapy versus interpersonal psychotherapy for early-onset chronic depression: a randomized pilot study. J. Affect. Dis. 129, 109–116. doi: 10.1016/j.jad.2010.08.003

 

Wie das Gehirn erinnert: Neurokognitive Grundlagen des Gedächtnisses

Psychologie | Neurokognitive Psychologie
Prof. Dr. Siri-Maria Kamp

Unsere Fähigkeit, uns neue Informationen einzuprägen und später wieder abzurufen, ist fundamental für die meisten unserer Alltagsaktivitäten. Die Gedächtnispsychologie beschäftigt sich mit Aufgaben- und Umwelt-Faktoren und Gehirnmechanismen, die ein erfolgreiches Lernen und Erinnern ermöglichen, sowie mit Veränderungen dieser Mechanismen über die Lebensspanne oder in Gruppen mit unterschiedlichen Erkrankungen. In diesem Vortrag werden aktuelle gedächtnispsychologische Forschungsergebnisse der Juniorprofessur für Neurokognitive Psychologie an der Universität Trier vorgestellt. Ein Fokus hierbei liegt auf der Hirnaktivität (im EEG), die sich zwischen erfolgreich gelernter und später vergessener Information unterscheidet, sowie den Veränderungen dieser Aktivität im höheren Erwachsenenalter.

> Wegen technischer Probleme steht leider keine Aufzeichnung zur Verfügung