Männliche Form, weibliche Form

Männliche Form, Weibliche Form - Franz Bernhard
Männliche Form, Weibliche Form - Franz Bernhard
Männliche Form, Weibliche Form - Franz Bernhard

Nähert sich der Besucher von der Einkaufspassage Im Treff kommend der Universität, fällt sein Blick auf zwei vor der Wiese des C-Gebäudes installierte Bronzeplastiken.

Die als Paar gesetzte männliche und weibliche Form ähneln einander im Aufbau: Zwei schmale, bogenförmige Stelen werden ungefähr in mittlerer Höhe jeweils durch die Form eines unregelmäßigen und daher nur angedeuteten Parallelogramms unterbrochen. Während es sich in dem Fall der rechten Figur um eine ausgefüllte, massive Form handelt, erscheint diejenige der linken als unausgefüllte Öffnung.

Die formale Gleichartigkeit verleitet dazu, darin das Prinzip zweier ergänzender Positiv- und Negativformen zu erkennen. Aber diese Sichtweise hat ihre Grenzen, sind die Formen doch keineswegs passgenau zueinander konzipiert, sodass jede ihre Eigenständigkeit bewahrt. Ähnlichkeit und Unterschiedlichkeit werden somit zugleich veranschaulicht. Letztendlich obliegt es dem Betrachter, inwiefern er die Figuren Bernhards in einen sinnbildhaften geschlechterspezifischen Kontext setzt.

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